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Die Domkapitel in Österreich nach dem CIC/1983

Statutenreform und aktuelle Rechtsgestalt

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Franz Hasenhütl

Die Domkapitel zählen zu den traditionsreichsten Einrichtungen der katholischen Kirche. Infolge der nachkonziliaren Kodexreform kam es für die Kathedralkapitel jedoch zum Verlust von Titel und Stellung des senatus episcopi an den neu eingerichteten Priesterrat und zu weiteren Veränderungen im Kanonikerrecht. Die Domkapitel waren nun dazu aufgerufen, ihre Statuten als zentrales Regelungsinstrument der inneren Organisation zu überarbeiten und den neuen universalrechtlichen Vorgaben anzupassen. Die erneuerten Statuten der sieben bestehenden Domkapitel in Österreich und des Domkapitels von Brixen stehen im Mittelpunkt dieser Arbeit. Um unmittelbare Vergleiche zu ermöglichen, werden die entsprechenden Regelungen zusammenschauend dargestellt. Neben der kirchenrechtlichen Bewertung geht es darum, Desiderate für künftige Entwicklungen zu formulieren.

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D Die Kanonikerkapitel im Codex Iuris Canonici von 1983

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I. Einleitende Bemerkungen Bei der Kodifikation des CIC/1917 stand vor allem die Intention im Hinter- grund, unüberschaubar gewordene Normen und verstreute Gesetzestexte über- sichtlich zu ordnen. Es wurde ein einheitliches Gesetzbuch angestrebt, das Gül- tigkeit für die gesamte lateinische Kirche besitzen sollte. Die Bemühungen um die Reform dieses kirchlichen Gesetzbuches sind in enger Verbindung mit dem II. Vatikanischen Konzil zu sehen. Bei der Ankündigung dieses Konzils am 25. Jänner 1959 in der Kirche St. Paul vor den Mauern stellte Johannes XXIII. (1958–1963) auch eine Reform für das kanonische Recht und somit eine grund- legende Revision des CIC/1917 in Aussicht.1 Dazu wurde nach Beginn des Konzils die so genannte CIC-Reformkommission („Commissio Codici Iuris Canonici recognoscendo“) eingerichtet2, die ihre Arbeit jedoch erst kurz vor dem Ende des Konzils aufnahm.3 Die Verwendung des lateinischen Verbs „recognoscere“ legt laut Schmitz nahe, dass nicht einfach an eine Anpassung des bisherigen Gesetzbuches an die neue Situation gedacht wurde. Vielmehr war ein neues Gesetzbuch intendiert, das nicht bloße Fortschreibung und Ergänzung des bisherigen sein wollte. Das Ziel war, die konziliare Ekklesiologie nach Mög- lichkeit in die kanonistische Sprache zu übersetzen.4 Das „Neue“ der konziliaren Ekklesiologie sollte auch das „Neue“ im neuen kirchlichen Gesetzbuch ausma- chen.5 Diese Intentionen lagen auch den Leitsätzen – „Principia quae CIC 1 Vgl. AAS 51 (1959), S. 65–69 sowie die Enzyklika „Ad Petri Cathedram“ vom Festtag der heiligen Petrus und Paulus desselben Jahres, in: AAS 51 (1959), S. 497–531. 2...

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