Show Less

Die Domkapitel in Österreich nach dem CIC/1983

Statutenreform und aktuelle Rechtsgestalt

Series:

Franz Hasenhütl

Die Domkapitel zählen zu den traditionsreichsten Einrichtungen der katholischen Kirche. Infolge der nachkonziliaren Kodexreform kam es für die Kathedralkapitel jedoch zum Verlust von Titel und Stellung des senatus episcopi an den neu eingerichteten Priesterrat und zu weiteren Veränderungen im Kanonikerrecht. Die Domkapitel waren nun dazu aufgerufen, ihre Statuten als zentrales Regelungsinstrument der inneren Organisation zu überarbeiten und den neuen universalrechtlichen Vorgaben anzupassen. Die erneuerten Statuten der sieben bestehenden Domkapitel in Österreich und des Domkapitels von Brixen stehen im Mittelpunkt dieser Arbeit. Um unmittelbare Vergleiche zu ermöglichen, werden die entsprechenden Regelungen zusammenschauend dargestellt. Neben der kirchenrechtlichen Bewertung geht es darum, Desiderate für künftige Entwicklungen zu formulieren.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

F Exkurs: Das Brixner Kathedralkapitel und seine rechtliche Struktur

Extract

I. Vorbemerkung Aufgrund der langen historischen Verbindung und der Stellung als ehemaliges Suffraganbistum der Salzburger Kirchenprovinz erscheint es mir sinnvoll, die Darstellung des Rechts der österreichischen Domkapitel um die Statuten des Brixner Domkapitels zu ergänzen. Das Domkapitel an der Kathedrale von Brixen wurde in der Mitte des 10. Jh. gegründet.1803 kam es noch vor dem Reichsdeputationshauptschluss durch kai- serliches Dekret zur Säkularisierung. Der Staat zog das Vermögen des Kapitels ein. Erst 1826 konnte das Domkapitel reorganisiert werden. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Teilung Tirols wurde Brixen 1921 aus dem Metropolitanver- band Salzburg herausgelöst und direkt dem Hl. Stuhl unterstellt. Am 8. August 1964 wurde die neue Diözese Bozen-Brixen errichtet, nachdem die deutschspra- chigen Gebiete der Erzdiözese Trient Brixen zugeschlagen worden waren. Der Bischofssitz wurde 1972 von Brixen nach Bozen verlegt, das Domkapitel ver- blieb jedoch in Brixen.1 II. Einleitung 1. Inkraftsetzung der geltenden Statuten 1987 passte das Domkapitel die bis dahin gültigen Statuten den veränderten Verhältnissen an.2 Diese wurden 2002 ergänzt und zum Teil geändert, da sich die erneuerten Bestimmungen als nicht befriedigend erwiesen hatten. Das nun- mehr gültige Statut des Domkapitels von Brixen wurde am 8. August 2002 be- schlossen. Diözesanbischof Dr. Wilhelm Egger approbierte esam 11. Oktober 2002 und am selben Tag trat das Statut in Kraft (§ 28). 2. Aufbau der Statuten Ähnlich wie bei den österreichischen Domkapiteln steht an der Spitze des Sta- tuts ein einleitender Text, die sogenannte „Präambel“. Sie...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.