Show Less

Untergräbt Deutschland selbst die internationale Stellung der deutschen Sprache?

Eine Folge der Förderung von Englisch im Bildungsbereich

Series:

Hans Wagener

Die Arbeit untersucht, wieweit durch das Englische die Position des Deutschen als Fremd- und Wissenschaftssprache Schaden nimmt. Die Zahlen von 2005 und 2010 der Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache (StADaF) mit dem starken Verlust an Lernern des Deutschen scheinen dies nahe zu legen. Ein Drittel der befragten Lehrenden des Deutschen als Fremdsprache oder der Germanistik sieht diese Gefahr ebenfalls. Ein Zurückdrängen der Rolle des Englischen ist bei der globalen Entwicklung in allen Bereichen sicher nicht möglich. Es kann also nur eine Balance zwischen der Verwendung des Englischen und Deutschen und insgesamt ein Festhalten an Mehrsprachigkeit angestrebt werden. Vorschläge, wie dies erreicht werden kann, bietet das Schlusskapitel und greift dabei auch die Empfehlungen der Hochschulrektorenkonferenz vom November 2011 zur Sprachenpolitik an den Hochschulen auf.

Prices

See more price optionsHide price options
Show Summary Details
Restricted access

D. Englisch im Bildungsbereich in Deutschland

Extract

Things ain`t what they used to be. Diese ewig alte, bekannte Klage kann man belächeln, aber erstaunlich oft ist sie auch zu hören, bezogen auf den Zustand der Bildung und die Qualität der deutschen Universitäten. Von Pichts beklagtem „Bildungsnotstand“ der 1960er-Jahre (Picht 1964) über Peter Glotz´ Buch von 1996 reichen die Negativwertungen bis zur heutigen Standortdebatte, den Be- fürchtungen, die deutsche Universität sei den Anforderungen durch die Globali- sierung nicht gewachsen. Was ist berechtigt an der Kritik, welche Schwach- punkte gibt es tatsächlich? Vor allem angesichts der mehr und mehr Lebensbereiche beeinflussenden Globalisierung wird die fehlende internationale Ausrichtung der deutschen Uni- versitäten beklagt. Gründe für die Unzufriedenheit sind u. a. sicher in der Zu- nahme der Studierendenzahlen infolge der Forderung nach einer Wissensgesell- schaft, in sich verstärkendem Konkurrenz- und Effizienzdruck, in der Autono- mie der Hochschulen und der Kulturhoheit der Länder zu finden. Die Europäi- sierung des Arbeitsmarktes lenkt den Blick über die nationalen Grenzen hinaus und eröffnet den Weg zur Europäisierung der Hochschulbildung. Die EU- Bildungsprogramme und -beschlüsse sind sowohl Ausfluss wie auch Anstoß zu diesen Öffnungsbemühungen (Erasmus, Lingua, Sokrates, Bologna, Prag, Sala- manca etc.). Damit wird aber auch deutlich, dass die Probleme und Lösungsver- suche nicht spezifisch deutsch sind, sondern europaweit existieren. Und auch auf Europa sind sie nicht beschränkt. Anstöße kamen im Gegenteil aus Amerika. Karola Hahn (2004) verweist auf ein bereits 1980 erschienenes Buch von Barba-...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.