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Untergräbt Deutschland selbst die internationale Stellung der deutschen Sprache?

Eine Folge der Förderung von Englisch im Bildungsbereich

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Hans Wagener

Die Arbeit untersucht, wieweit durch das Englische die Position des Deutschen als Fremd- und Wissenschaftssprache Schaden nimmt. Die Zahlen von 2005 und 2010 der Ständigen Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache (StADaF) mit dem starken Verlust an Lernern des Deutschen scheinen dies nahe zu legen. Ein Drittel der befragten Lehrenden des Deutschen als Fremdsprache oder der Germanistik sieht diese Gefahr ebenfalls. Ein Zurückdrängen der Rolle des Englischen ist bei der globalen Entwicklung in allen Bereichen sicher nicht möglich. Es kann also nur eine Balance zwischen der Verwendung des Englischen und Deutschen und insgesamt ein Festhalten an Mehrsprachigkeit angestrebt werden. Vorschläge, wie dies erreicht werden kann, bietet das Schlusskapitel und greift dabei auch die Empfehlungen der Hochschulrektorenkonferenz vom November 2011 zur Sprachenpolitik an den Hochschulen auf.

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F. Sinnvolle Sprachenpolitik Deutsch?

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Sollte angesichts solcher Entwicklungen – Rückgang der Lernerzahlen – das Auswärtige Amt und damit die Bundesregierung die Bemühungen auch finanzi- eller Art um die Stellung der deutschen Sprache überhaupt fortsetzen? Sollte man nicht mit resigniertem Schulterzucken die Sprachstatuspolitik der „Regulie- rung des Marktes“ überlassen? Die Notwendigkeit von Sprachpolitik wird unten auf S. 134 behandelt. Hier soll nur kurz die Entwicklung der Auswärtigen Kul- turpolitik der Bundesrepublik und der Rolle der Sprache in ihr in Zielsetzung und Strategie skizziert werden. Nach der eher dienenden Funktion der Kulturpolitik/Sprachförderung im Kaiserreich bis zum Ersten Weltkrieg, den (Neu-)Gründungen von Mittlerorga- nisationen wie DAAD, IfA oder Alexander-von-Humboldt-Stiftung in der Wei- marer Republik, und vor allem nach dem Missbrauch der Kulturpolitik durch die Nazis setzte nach dem Zweiten Weltkrieg die Bundesrepublik 1951 mit der Ein- richtung der Abteilung für auswärtige Kulturpolitik im Auswärtigen Amt neu an. Hauptziel war es, nach dem durch das Dritte Reich angerichteten Chaos überhaupt wieder vorsichtig Kulturbeziehungen mit dem Ausland anzuknüpfen und ein neues Deutschlandbild zu präsentieren. In den fünfziger Jahren wurden Kulturinstitute im Ausland wieder errichtet, 1953 das Goethe-Institut in Athen, 1955 das erste deutsche Kulturinstitut des Auswärtigen Amtes in Rom. 1964 bestanden bereits 93 Einrichtungen des Goethe-Instituts und des Auswärtigen Amtes, 1970 waren es 119. In „Leitsätzen zur auswärtigen Kulturpolitik“ formuliert der damalige Par- lamentarische Staatssekretär Ralf Dahrendorf 1970: „Die deutsche Sprache ist Träger, nicht Ziel unseres Wirkens im Ausland. Es gibt traditionelle...

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