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Kollektive Identitätskonstruktion in der Migration

Eine Fallstudie zur Sprachkontaktsituation der Wolgadeutschen in Argentinien

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Anna Ladilova

Welche Rolle spielt die Gruppensprache bei der kollektiven Identitätskonstruktion in der Migration? Das Beispiel der Wolgadeutschen in Argentinien, die nach über 250 Jahren seit der ersten Auswanderung die ursprüngliche Sprache und Kultur aufrecht erhalten haben, eignet sich im besonderen Maße zur Beantwortung dieser Frage. Diese Studie wertet 381 Fragebögen und 12 Interviews quantitativ und qualitativ aus, um das Thema aus einer interdisziplinären Perspektive zu beleuchten. Sprachkenntnisse, -verwendungen und Einstellungen der Mitglieder der untersuchten Gruppe, Sprachkontaktphänomene in ihrer Rede sowie die Frage nach dem ethnic revival und dem kollektiven Gedächtnis werden miteinander in Verbindung gesetzt, um einen umfassenden Einblick in die untersuchte Fragestellung zu geben.

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4. Empirisches Vorgehen

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Der empirische Teil der vorliegenden Studie basiert auf einer Methodentriangu- lation39, wobei die quantitative und die qualitative Untersuchung aufeinander abgestimmt eingesetzt wurden, um einen höheren Erkenntnisgewinn zu erzielen (Flick 2008: 80ff.). Die empirische Untersuchung erfolgte in vier Phasen, die durch die folgende Abbildung veranschaulicht werden: Abbildung 3: Verlauf der empirischen Untersuchung In der ersten Phase erfolgte eine explorative Annäherung an den Forschungsge- genstand, die dabei half, einen Einblick in die aktuelle Lage der untersuchten Gruppe zu bekommen sowie die Forschungsinstrumente zu erstellen. Hierzu wurden einerseits zahlreiche Webseiten zum Thema der Wolgadeutschen in Ar- gentinien aufgesucht und ausgewertet, andererseits wurden über E-Mail und Chat-Kommunikation offene Befragungen mit Mitgliedern der untersuchten Gemeinschaften sowie mit Experten durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Ar- beitsphase wurden teilweise bei der Verfassung des Kapitels 2. Soziokulturelle Verortung der Wolgadeutschen in Argentinien herangezogen. Zudem halfen sie 39 Der Begriff „Triangulation“ wurde als Metapher aus dem Bereich der Geodäsie übernom- men (womit die Strategie zur exakten Lokalisierung eines Objekts aus verschiedenen Refe- renzpunkten gemeint ist) und bezeichnet die Betrachtung eines Forschungsgegenstands aus unterschiedlichen Perspektiven (vgl. Flick 2008: 11ff.). 43 dabei, einen Überblick über den untersuchten Gegenstand zu gewinnen, der über die Durchsicht der Forschungsliteratur nicht möglich war. Somit konnten auch die Forschungsfragen präzisiert und die nachfolgenden Stufen der Datenerhe- bung vorbereitet werden. In der zweiten Phase wurde im August 2009 mithilfe des Online-Fragebogen- programms LimeSurvey die Pilotstudie durchgeführt. Der Fragebogen wurde mit methodischem Rückgriff auf die Arbeiten von Yolanda Hipperdinger (2005), Arndt...

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