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Deutsch und seine Nachbarn

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Edited By Michael Elmentaler

Die Überlieferung der deutschen Sprache zeugt seit ihren Anfängen im 8. Jahrhundert von einem intensiven und anhaltenden Kontakt mit den Sprachen in ihrer Nachbarschaft. Umgekehrt hat auch das Deutsche im Laufe seiner Geschichte mehr oder weniger starke Spuren in seinen Nachbarsprachen hinterlassen. Der vorliegende Band, der auf einer Kieler Ringvorlesung von 2008 beruht, beschreibt diese wechselseitigen Sprachkontakte und deren Auswirkungen auf die beteiligten Sprachen und Varietäten aus der Perspektive der germanistischen, romanistischen, slawistischen, frisistischen und anglistischen Philologien. Aus dieser fachgrenzenüberschreitenden Zusammenschau ergibt sich eine Art «deutsche Sprachgeschichte von außen», zugleich auch eine Art Handbuch der mitteleuropäischen Sprachkontakte.

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Vorwort

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Die Überlieferung der deutschen Sprache zeugt seit ihren Anfängen im 8. Jahr- hundert von einem intensiven und anhaltenden Kontakt mit den Sprachen in ih- rer Nachbarschaft. Das althochdeutsche Hildebrandslied aus der Zeit um 830 beginnt gleich mit einem Satz in niederdeutscher Klanggestalt: Ik gihorta ñat seggen. Umgekehrt enthält der altniederdeutsche „Heliand“, ebenfalls aus dem 9. Jahrhundert, zahlreiche fränkische Sprachmerkmale, also südliche, hochdeut- sche Einflüsse. In dem um 1000 entstandenen Gedicht „De Heinrico“ wechselt die Sprache in jedem einzelnen Vers zwischen Latein und einem Althochdeutsch mit Elementen aus verschiedenen Regionen, und ohne den ständigen Zustrom griechischen und lateinischen Wortgutes zählten gebräuchliche Ausdrücke wie Pflanze oder Pfeil, Globus oder Apotheke nicht zum Wortschatz der deutschen Gegenwartssprache. Seit dem 12. Jahrhundert weist die deutsche Literaturspra- che auch eine Fülle von französischen Lehnworteinflüssen auf (z.B. Reim, Flöte, Stiefel, Lampe, Teller, tanzen, prüfen, falsch, fein) und seit etwa 150 Jah- ren wird vermehrt auf englische Lehnwörter zurückgegriffen – von Keks und Trainer bis zu Headhunter und Provider. Die Liste ließe sich beliebig fortfüh- ren, in Bezug auf andere germanische, romanische oder slawische Sprachen und auch in Bezug auf andere Bereiche der Sprache wie Grammatik und Ausspra- che. Umgekehrt hat auch das Deutsche im Laufe seiner Geschichte mehr oder weniger starke Spuren in seinen Nachbarsprachen hinterlassen. Nicht zuletzt ist schließlich auf die wechselseitigen Einflüsse der verschiedenen Ausprägungen (Varietäten) des Deutschen hinzuweisen, etwa die in der...

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