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Deutsch und seine Nachbarn

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Michael Elmentaler

Die Überlieferung der deutschen Sprache zeugt seit ihren Anfängen im 8. Jahrhundert von einem intensiven und anhaltenden Kontakt mit den Sprachen in ihrer Nachbarschaft. Umgekehrt hat auch das Deutsche im Laufe seiner Geschichte mehr oder weniger starke Spuren in seinen Nachbarsprachen hinterlassen. Der vorliegende Band, der auf einer Kieler Ringvorlesung von 2008 beruht, beschreibt diese wechselseitigen Sprachkontakte und deren Auswirkungen auf die beteiligten Sprachen und Varietäten aus der Perspektive der germanistischen, romanistischen, slawistischen, frisistischen und anglistischen Philologien. Aus dieser fachgrenzenüberschreitenden Zusammenschau ergibt sich eine Art «deutsche Sprachgeschichte von außen», zugleich auch eine Art Handbuch der mitteleuropäischen Sprachkontakte.

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Vibeke Winge (Kopenhagen): Deutsch und Dänisch

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DÄNISCH ___________________________________________________ Sprachfamilie: nordgermanische Sprache Sprecherzahl: ca. 5,5 Mio. Erste Sprache in Dänemark (ca. 5 Mio.), zweite Sprache auf Grönland und den Färöern, Minderheitensprache in Schleswig-Holstein, größere Sprecher- gemeinschaften in den USA und Kanada. Deutsch und Dänisch Vibeke Winge (Kopenhagen) Der Kontakt zwischen Deutschen und Dänen hat eine fast tausendjährige Geschichte, die von einem intensiven kulturellen und sprach- lichen Austausch erzählt. Bei dem Sprach- kontakt geht es um eine beinahe einseitige deutsche Dominanz. Das Deutsche hat vom Dänischen nur einige wenige Lehnwörter übernommen. Der Kontakt erfolgte auf däni- schem Boden im Zuge einer massiven Ein- wanderung aus dem deutschen Raum, die sich über 500 Jahre (13. - 18. Jahrhundert) erstreckte. Die ältesten Belege des Kontakts, die hier nicht berücksichtigt werden, sind archäolo- gische Befunde sowie Ortsnamen und Flur- namen im heutigen Schleswig. Ausführliche schriftliche Belege finden sich seit dem frü- hen Mittelalter in Chroniken. In einer franzö- sischen Chronik wird der Bau der Festung Danenwerk um 800 erwähnt. Eine lateinische Quelle aus dem 12. Jahrhundert erwähnt das öde sumpfige Gebiet zwischen „Slawen, Holsteinern und Dänen“. Der dänische Chronist Saxo Grammaticus beschreibt in seinem Werk „Gesta danorum“ (um 1200) mehrmals deutsche Sänger und Handwerker auf Seeland. Aus dem 13. Jahrhundert sind Lieder in deutscher Sprache über dänische Könige überliefert, die von deutschen Wandersängern verfasst wurden. Im Zusammenhang mit der Etablierung des Hansebundes ließen sich...

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