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Deutsch und seine Nachbarn

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Michael Elmentaler

Die Überlieferung der deutschen Sprache zeugt seit ihren Anfängen im 8. Jahrhundert von einem intensiven und anhaltenden Kontakt mit den Sprachen in ihrer Nachbarschaft. Umgekehrt hat auch das Deutsche im Laufe seiner Geschichte mehr oder weniger starke Spuren in seinen Nachbarsprachen hinterlassen. Der vorliegende Band, der auf einer Kieler Ringvorlesung von 2008 beruht, beschreibt diese wechselseitigen Sprachkontakte und deren Auswirkungen auf die beteiligten Sprachen und Varietäten aus der Perspektive der germanistischen, romanistischen, slawistischen, frisistischen und anglistischen Philologien. Aus dieser fachgrenzenüberschreitenden Zusammenschau ergibt sich eine Art «deutsche Sprachgeschichte von außen», zugleich auch eine Art Handbuch der mitteleuropäischen Sprachkontakte.

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Alastair Walker (Kiel): Friesisch, Hochdeutsch und die Sprachenvielfalt in Nordfriesland

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FRIESISCH ___________________________________________________ Sprachfamilie: westgermanische Sprache Sprecherzahl: ca. 400.000 Westfriesisch- Sprecher (niederländische Provinz Friesland), ca. 8.000 Nordfriesisch- Sprecher (Nordfriesland und Helgoland), ca. 2.000 Ostfriesisch-Sprecher (Saterland) Friesisch, Hochdeutsch und die Sprachenvielfalt in Nordfriesland Alastair Walker (Kiel) Ein besonderes Kennzeichen des an der West- küste Schleswig-Holsteins liegenden Kreises Nordfriesland ist die Mehrsprachigkeit, da hier fünf Sprachen oder sprachliche Varietä- ten gesprochen werden. Diese sind die Min- derheitensprachen Friesisch und Reichsdä- nisch (Rigsdansk), die Regionalsprache Nie- derdeutsch, die Amtssprache Hochdeutsch und der dänische Dialekt Südjütisch (Sønder- jysk). Der hier zugewiesene Status der einzel- nen Varietäten ergibt sich z.T. aus der im Jahre 1998 von der Bundesrepublik Deutsch- land ratifizierten Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen des Europarates, in der z.B. zum ersten Mal das Niederdeutsche offiziell als “Regionalspra- che” anerkannt wurde. Die sprachliche Viel- falt Nordfrieslands beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Sprachenvielfalt, sondern umfasst auch eine Dialektvielfalt. Dies be- trifft insbesondere die nordfriesische Sprache, die heute aus neun untereinander z.T. schwer verständlichen Dialekten besteht. Der geschichtliche Status der einzelnen Sprachen bzw. sprachlichen Varietä- ten ist unterschiedlich. Während z.B. das Südjütische als autochthon gilt, ist insbesondere das Reichsdänische in dieser Hinsicht in Schleswig-Holstein pro- blematisch (WILTS 1978: 160, MENKE 2000: 116) und bedarf einer weiteren Untersuchung. In Nordfriesland kann es jedenfalls nicht als autochthon gelten, da es hier eigentlich erst nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Etablierung der Schulen der dänischen Minderheit eingeführt worden...

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