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Deutsch und seine Nachbarn

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Edited By Michael Elmentaler

Die Überlieferung der deutschen Sprache zeugt seit ihren Anfängen im 8. Jahrhundert von einem intensiven und anhaltenden Kontakt mit den Sprachen in ihrer Nachbarschaft. Umgekehrt hat auch das Deutsche im Laufe seiner Geschichte mehr oder weniger starke Spuren in seinen Nachbarsprachen hinterlassen. Der vorliegende Band, der auf einer Kieler Ringvorlesung von 2008 beruht, beschreibt diese wechselseitigen Sprachkontakte und deren Auswirkungen auf die beteiligten Sprachen und Varietäten aus der Perspektive der germanistischen, romanistischen, slawistischen, frisistischen und anglistischen Philologien. Aus dieser fachgrenzenüberschreitenden Zusammenschau ergibt sich eine Art «deutsche Sprachgeschichte von außen», zugleich auch eine Art Handbuch der mitteleuropäischen Sprachkontakte.

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Susanne Grahl (Kiel): Werben fürs ‚Sorbentum‛. Über den Versuch, eine Minderheitensprache zu revitalisieren

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SORBISCH __________________________________________________ Sprachfamilie: westslawische Sprache Sprecherzahl: ca. 15.000 Sprecher des Obersorbischen in der Oberlausitz, ca. 5.000 Sprecher des Niedersorbischen rund um Cottbus. Regionale Amtsspra- che in Teilen von Brandenburg und Sachsen. Werben fürs ‚Sorbentum‛. Über den Versuch, eine Minderheitensprache zu revitalisieren Susanne Grahl (Kiel) 1. Einleitung Wenn man vom slawisch-deutschen Sprach- kontakt in Deutschland spricht, kommt einem vielleicht zunächst die aktuelle Situation der Russlanddeutschen in den Sinn. Den meisten ist gar nicht bekannt, dass es in Deutschland neben Russisch- oder – nicht ganz so ver- breitet – Polnischsprechern noch eine weitere slawische Sprechergruppe gibt, die nicht durch Migration in jüngerer Zeit zu uns ge- kommen ist, sondern zu den autochthonen Minderheiten in Deutschland zählt – die Sor- ben. Die Sorben, auch als Wenden bekannt, leben in Deutschland im Osten des Freistaats Sachsen (Oberlausitz, Bautzen) und im süd- lichen Brandenburg (Niederlausitz, Cottbus). Ihre Sprache gehört wie auch das Polnische und Tschechische zu den westslawischen Sprachen. Durch den schon seit 1000 Jahren währenden Kontakt zum Deutschen, das sich in diesem Gebiet immer stärker durchgesetzt hat und inzwischen als die domi- nierende und von allen beherrschte Sprache gilt, ist das Sorbische ernsthaft vom Aussterben bedroht. Literatur zu den Spuren, die der Sprachkontakt zum Deut- schen im Sorbischen hinterlassen hat, gibt es zahlreich, wie die Literaturliste im Anhang belegt. Deshalb soll hier weniger allgemein der Sprachkontakt zwischen den beiden Sprachen, als vielmehr ein Revitalisierungsprojekt und dessen (mög- licher) Einfluss auf die Sprache vorgestellt werden. Da die Sprache besonders in...

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