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Deutsch und seine Nachbarn

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Edited By Michael Elmentaler

Die Überlieferung der deutschen Sprache zeugt seit ihren Anfängen im 8. Jahrhundert von einem intensiven und anhaltenden Kontakt mit den Sprachen in ihrer Nachbarschaft. Umgekehrt hat auch das Deutsche im Laufe seiner Geschichte mehr oder weniger starke Spuren in seinen Nachbarsprachen hinterlassen. Der vorliegende Band, der auf einer Kieler Ringvorlesung von 2008 beruht, beschreibt diese wechselseitigen Sprachkontakte und deren Auswirkungen auf die beteiligten Sprachen und Varietäten aus der Perspektive der germanistischen, romanistischen, slawistischen, frisistischen und anglistischen Philologien. Aus dieser fachgrenzenüberschreitenden Zusammenschau ergibt sich eine Art «deutsche Sprachgeschichte von außen», zugleich auch eine Art Handbuch der mitteleuropäischen Sprachkontakte.

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Heinz-Dieter Pohl (Klagenfurt): Sprachkontakt in Kärnten

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SLOWENISCH ___________________________________________________ Sprachfamilie: südslawische Sprache Sprecherzahl: ca. 2,2 Mio. Amtssprache in Slowenien (ca. 2 Mio.), größere Sprechergemeinschaften im Südosten von Friaul-Julisch-Venetien, Südkärnten, Ungarn. Sprachkontakt in Kärnten Heinz-Dieter Pohl (Klagenfurt) 1. Allgemeines Deutsch-slowenische Sprachkontakte finden im südlichsten österreichischen Bundesland Kärnten seit vielen Jahrhunderten statt. Seit Beginn der Landesgeschichte, als das Her- zogtum Kärnten (im Jahre 976) errichtet wur- de, sind sowohl Slowenen als auch Deutsche autochthone Bevölkerung. Allerdings breitet sich das Deutsche bis zum heutigen Tag auf Kosten des Slowenischen immer mehr aus. Auf der Ebene der alltäglichen Umgangsspra- che und der Mundarten beruht die Beeinflus- sung der beiden Sprachen durchaus auf Ge- genseitigkeit, wenngleich das Einwirken des Deutschen auf das Slowenische weitaus stär- ker ist bzw. in den letzten Jahrzehnten noch zugenommen hat, nicht zuletzt infolge der Prädominanz der deutschen Sprache bzw. ihres höheren Prestiges. Das Bundesland Kärnten (slow. Koroška) umfasst 9.533 km2 mit ca. 560.400 Einwohnern (Stand 2007). Seine Hauptstadt ist Klagenfurt (slow. Celovec)1 mit ca. 92.400 Einwohnern (Stand 2006). Kärn- ten ist nach PASCHINGER (1937: 5) ein Becken- und Durchgangsland, das „alpine Drauland“, vom Hochgebirge umschlossen; es bildet eine geographische Ein- heit. Seit es 1335 habsburgischer Besitz geworden ist, hat sich seine Fläche nur mehr unwesentlich geändert. Das historische Siedlungsgebiet der Slowenen in Kärnten war um die Mitte des 19. Jahrhunderts noch ein zusammenhängendes Areal, das einen breiten Streifen bildete und rund ein Viertel der Landesfl...

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