Show Less

Deutsch und seine Nachbarn

Series:

Michael Elmentaler

Die Überlieferung der deutschen Sprache zeugt seit ihren Anfängen im 8. Jahrhundert von einem intensiven und anhaltenden Kontakt mit den Sprachen in ihrer Nachbarschaft. Umgekehrt hat auch das Deutsche im Laufe seiner Geschichte mehr oder weniger starke Spuren in seinen Nachbarsprachen hinterlassen. Der vorliegende Band, der auf einer Kieler Ringvorlesung von 2008 beruht, beschreibt diese wechselseitigen Sprachkontakte und deren Auswirkungen auf die beteiligten Sprachen und Varietäten aus der Perspektive der germanistischen, romanistischen, slawistischen, frisistischen und anglistischen Philologien. Aus dieser fachgrenzenüberschreitenden Zusammenschau ergibt sich eine Art «deutsche Sprachgeschichte von außen», zugleich auch eine Art Handbuch der mitteleuropäischen Sprachkontakte.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Peter Gilles (Luxemburg): Luxemburgische Mehrsprachigkeit – Soziolinguistik und Sprachkontakt

Extract

LETZEBURGISCH ___________________________________________________ Sprachfamilie: westgermanische Sprache Sprecherzahl: ca. 300.000-400.000 Spre- cher. Neben Deutsch und Französisch eine der Landessprachen Luxemburgs. Dialektstatus in den angrenzenden Ge- bieten in Belgien und Deutschland. Luxemburgische Mehrsprachigkeit – Soziolinguistik und Sprachkontakt Peter Gilles (Luxemburg) 1. Geschichte der Sprachgemeinschaft Situiert auf der germanisch-romanischen Sprachgrenze, ist das Territorium ‚Luxem- burg‘ seit jeher von vielfältigen Sprachkon- taktprozessen geprägt worden, die schließlich auch zur Etablierung einer mehrsprachigen Sprachgemeinschaft geführt haben, die durch das gleichzeitige Vorhandensein von germa- nischen und romanischen Varietäten geprägt ist (GILLES im Druck a). Dieser germanisch- romanische Bilinguismus hat sich bedingt durch dynastische, national-staatliche und externe Ereignisse permanent verändert, ist jedoch bis heute prinzipiell erhalten geblie- ben. Nach vielfältigen politisch-dynastischen Modifikationen des luxemburgischen Terri- toriums kam es infolge des Wiener Kongres- ses 1815 zur Gründung des Großherzogtums, das jedoch in Personalunion zum Königreich der Niederlande gehörte. Von der belgischen Revolution des Jahres 1830, in der sich die flandrischen und wallonischen Ge- biete vom nördlichen Gebiet der Niederlande lossagten, wurde auch das luxem- burgische Gebiet erfasst. Die erfolgreiche Gründung Belgiens im gleichen Jahr führte nun auch dazu, dass die Grenzen Luxemburgs zum wiederholten Male neu gezogen wurden. Durch die Londoner Verträge 1830/1839 musste Luxem- burg einen Großteil des westlichen Gebietes an das neue Belgien abtreten. Dabei handelte es sich um das sogenannte quartier wallon, also das romanischsprachi- ge Gebiet westlich der Sprachgrenze, sodass Luxemburg nun ausschließlich aus germanischsprachigen Gebieten bestand. Die Ziehung...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.