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Deutsch und seine Nachbarn

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Michael Elmentaler

Die Überlieferung der deutschen Sprache zeugt seit ihren Anfängen im 8. Jahrhundert von einem intensiven und anhaltenden Kontakt mit den Sprachen in ihrer Nachbarschaft. Umgekehrt hat auch das Deutsche im Laufe seiner Geschichte mehr oder weniger starke Spuren in seinen Nachbarsprachen hinterlassen. Der vorliegende Band, der auf einer Kieler Ringvorlesung von 2008 beruht, beschreibt diese wechselseitigen Sprachkontakte und deren Auswirkungen auf die beteiligten Sprachen und Varietäten aus der Perspektive der germanistischen, romanistischen, slawistischen, frisistischen und anglistischen Philologien. Aus dieser fachgrenzenüberschreitenden Zusammenschau ergibt sich eine Art «deutsche Sprachgeschichte von außen», zugleich auch eine Art Handbuch der mitteleuropäischen Sprachkontakte.

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Sonja Vandermeeren (Kiel): Die niederländisch-deutsche Sprachgrenze in Belgien

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NIEDERLÄNDISCH ____________________________________________ _____ Sprachfamilie: westgermanische Sprache Sprecherzahl: ca. 25 Mio. Amtssprache in den Niederlanden (ca. 16 Mio.), eine von drei Amtssprachen in Belgien (ca. 6 Mio.). Größere Sprechergemeinschaften in Indonesien, Kanada und den USA Die niederländisch-deutsche Sprachgrenze in Belgien Sonja Vandermeeren (Kiel) 1. Belgische Sprachgebiete Quer durch Belgien verläuft die nieder- ländisch-französische Sprachgrenze. Mit der Zeit ist diese Grenze zu einer politischen Grenze geworden. In den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts haben belgische Regie- rungen damit angefangen, das Land zu einem Föderalstaat umzuformen. Dies war eine Antwort auf die Konflikte zwischen Nord (Flandern) und Süd (Wallonien). 1962 wurde versucht, die mit Hypotheken der Vergan- genheit belastete kontaktlinguistische Lage sprachpolitisch dadurch zu bewältigen, dass Belgien in vier offizielle Sprachgebiete ein- geteilt wurde: das niederländischsprachige Gebiet, das französischsprachige Gebiet, das zweisprachige Gebiet Brüssel-Hauptstadt und das deutschsprachige Gebiet. Für etliche Ge- meinden in der Nähe der Sprachgrenzen gilt ein besonderer Sprachstatus. Sie sind zwar offiziell einsprachig, aber den Einwohnern, deren Muttersprache die offizielle Sprache des benachbarten Territoriums ist, wird ein sprachlicher Minderheiten- schutz gewährt. Die Staatsreform von 1993 hat Belgien zu einem vollwertigen Föderalstaat gemacht. In Belgien wurde eine einzigartige Form des Föderalis- mus entwickelt: Das Land wurde in Gemeinschaften und Regionen aufgeteilt, die sich zum Teil überschneiden. Die Flämische Region umfasst das niederländischsprachige Gebiet. Die Flä- mische Gemeinschaft wird von den Einwohnern des niederländischen Sprach- territoriums und den niederländischsprachigen Einwohnern des zweisprachigen...

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