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Simulierte Narration und literarische Wahrhaftigkeit

Entwirklichtes Erzählen in der Moderne

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Michaela Sänger

Die Studie beschäftigt sich mit der Entwicklung des Erzählens in der Nachfolge des Nouveau Roman. Auf die Zerstörung der traditionellen Romanstruktur erfolgt eine oftmals nur vordergründige Rückkehr zum Erzählen. Anhand der Analyse einzelner Romane wird gezeigt, dass Nouveau Roman und «neuer Realismus» unterschiedliche literarische Antworten auf eine sich verändernde Lebenswirklichkeit sind. Die Arbeit bezieht die außerliterarische Wirklichkeit mit ein, die sich durch eine zunehmende Virtualisierung kennzeichnet. Das Sekundärerleben als Grunderfahrung der Moderne artikuliert sich in einem Erzählen, das die Entwirklichung in seine Gestaltung aufnimmt.

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Einleitung

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Thematik und Aufbau « En simplifiant à l’extrême, on tient pour ‹ postmoderne › l’incrédulité à l’égard des métarécits (...). La fonction narrative perd ses foncteurs, le grand héros, les grands périls et le grand but. Elle se disperse en nuages d’éléments langagiers nar- ratifs, mais aussi dénotatifs, prescriptifs, descriptifs etc., chacun véhiculant avec soi des valences pragmatiques sui generis. »1 Lyotards wohlbekannte These vom Ende der großen Erzählungen fasst die Wahrnehmung einer auf die Zerstörungswut des Nouveau Roman folgenden Krise des Erzählens prägnant zusammen. So eindeutig der Befund ist, so poly- phon sind die Stimmen derer, die sich angesichts der tiefgreifenden Umwälzung im Schreiben der Moderne die Frage stellen, was anschließend an die Stelle der traditionellen Fiktionalisierung von Welt tritt. Zunächst scheint es, als hätten sich in der Nachfolge des Nouveau Roman vorrangig Texte entwickelt, die, um sich selbst zirkulierend, nur einen indirekten Bezug zur Welt aufweisen:2 „Die typisch postmoderne Absage an eine Ästhetik der Authentizität ist (...), an eine Ästhetik der Intertextualität gekoppelt. Diese wiederum basiert auf einem eigentlich simplen Gedanken: Texte können das, was sie sagen und darstellen wollen, nur dadurch sagen und darstellen, dass sie auf andere Texte, auf schon Gesagtes und Dargestelltes, zurückverweisen. Wirkungsvoll umgesetzt wird dieser Gedanke vor allem dann, wenn die Unhintergehbarkeit des intertextuellen Spiels in den Texten selbst prägnant sichtbar gemacht wird. Und dazu ist die Zirkulärstruktur bestens ge- eignet (...).Wenn Texte...

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