Show Less

Die aktuellen juristischen Entwicklungen in der PID und Stammzellforschung in Deutschland

Eine Analyse der BGH-Entscheidung zur PID, Gesetzesnovellierung des ESchG und EuGH-Entscheidung zur Grundrechtsfähigkeit des Embryo in vitro Exkurs: Vergleich zur Rechtslage in Südkorea

Series:

Jung-Ho Lee

Die Entscheidung des Bundesgerichtshofs zur PID veranlasste den Gesetzgeber dazu, 2011 das ESchG zu novellieren. Die Durchführung einer PID ist nunmehr unter eingeschränkten Voraussetzungen erlaubt. Diese Arbeit versucht die im Bundestag zuvor diskutierten Gesetzesentwürfe aus juristischer sowie medizinischer Sicht genauer zu beleuchten und einen analytischen Ausblick auf die weitere Entwicklung der PID in Deutschland zu werfen. Zudem soll auch die embryonale Stammzellforschung näher untersucht werden, die aufgrund des neuen ESchG wieder in den Mittelpunkt der Diskussionen gerückt ist. Internationale Erfahrungen mit der PID und embryonalen Stammzellforschung, aktuelle Tendenzen des EuGH sowie ein Rechtsvergleich mit der Gesetzeslage in Südkorea sind ebenfalls Gegenstand dieser Arbeit.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Teil 3

Extract

: Ergebnis des Rechtsvergleichs 1. Die Durchführung einer PID ist gemäß dem KBioethikG erlaubt. Da eine begrenzte Anwendung gemäß dem Gesetz nicht vorgesehen ist, werden von der koreanischen Literatur zum Teil Überlegungen angestellt, diese nur unter strengen Anforderungen zuzulassen. Eine ähnliche Debat- te wurde auch bei der Gesetzesnovellierung zum ESchG geführt. Auch der deutsche Gesetzgeber wollte die Durchführung einer PID erlauben, jedoch nicht ohne diese auch gleichzeitig an bestimmten Voraussetzun- gen zu knüpfen. Während das geänderte ESchG nunmehr eine PID aus- schließlich unter strengen Bedingungen zulässt, hält der koreanische Ge- setzgeber weiterhin an der uneingeschränkt zulässigen PID fest. Auch die geplante Gesetzesnovellierung des KBioethikG in 2012 sieht eine Geset- zesänderung der Vorschriften zur PID nicht vor. Vom deutschen Gesetz- geber wurde zudem ganz bewusst auf einen Indikationskatalog verzichtet. Das KBioethikG sieht diesen weiterhin vor. 2. Nach dem geänderten ESchG ist die Durchführung der PID allein ei- nem lizenzierten Zentrum für Fortpflanzungsmedizin vorbehalten. Die Bundesregierung soll durch Rechtsverordnungen mit Zustimmung des Bundesrates sowohl Anzahl als auch Zulassungsvoraussetzungen der PID-Zentren bestimmen. Die Rechtsverordnungen sollen ferner Details zur Einrichtung, Zusammensetzung, Verfahrensweise und Finanzierung der Ethikkommissionen für PID beinhalten. Welche Regelungen hierzu entwickelt werden, wird die Zukunft noch zeigen. Da das KBioethikG die Bestimmungen zur PID bei den Vorschriften zur allgemeinen geneti- schen Untersuchung angeordnet hat, werden Defizite hinsichtlich des Sicherheits- und Qualitätsstandards sichtbar. Denn der für die allgemeine genetische Untersuchung geltende Standard ist entsprechend auch f...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.