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Zwischen Selbst- und Fremdbestimmung

Eine vergleichende Untersuchung über Lernmotivation der Musikstudierenden in Taiwan und Österreich

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Yuan-hao Wu

In dem vorliegenden Werk wird die Lernmotivation der Musikstudierenden aus Taiwan und Österreich mittels theoretisch elaborierten Theorien wie der Self-Determination Theory empirisch verglichen. Dabei werden unterschiedliche kulturelle Prägungen und Erziehungsphilosophien thematisiert, die zu einer konträren Einstellung und Motivation führen können. Diese Thematik ist nicht nur deshalb von Interesse, weil eine wissenschaftliche Fundierung der Lernmotivation von angehenden Berufsmusikern – sowohl in Taiwan als auch in Österreich – ein Desideratum darstellt, sondern auch hinsichtlich der jeweiligen gesellschaftspolitischen Implikationen. Aus den Untersuchungsergebnissen lassen sich Stärken und Schwächen der jeweiligen Bildungssysteme herauslesen und praktische Hinweise ableiten.

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I. Motivation als psychologisch-pädagogisches Konzept

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In diesem Kapitel geht es darum, einen Überblick über die theoretischen Grundlagen der Motivationsforschung zu geben. Als Erstes wird der Be- griff der Lernmotivation näher definiert. Danach wird ein Abriss historischer Motivationstheorien als psychologische und pädagogische Konzeption beschrieben und diskutiert. Anschließend wird näher auf einzelne neuere Motivationstheorien eingegangen, welche als theoretische Grundlage für den empirischen Teil der vorliegenden Arbeit dienen. Im Zentrum dieses Kapitels steht die Selbstbestimmungstheorie von Deci und Ryan,4 welche die Polarität zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation entscheidend differenziert hat, was für institutionalisierte Bildung mit ihren verschiedenen gesellschaftlich verankerten Funktionen unerlässlich ist.5 Weiters wird die Münchner Interessentheorie zur Darstellung gebracht. Die Beschreibung und Diskussion dieses Ansatzes ist für die vorliegende Arbeit von Interesse, weil er viele konzeptuelle Gemeinsamkeiten mit der Selbstbestimmungstheorie aufweist und deshalb immer wieder systematisch mit ihr in Zusammenhang gebracht wird. In Anknüpfung daran werden Leistungszieltheorien aufgrund ihrer teilweisen Überlappung mit der Selbstbestimmungstheorie sowie ihrer Verankerung in der Leistungsmotivationstheorie und in kognitiven Ansätzen der Motivationsforschung vorgestellt. Schließlich wird noch das Konzept der Selbstwirksamkeit aufgegriffen. Jene Theorie, die sich explizit mit der Wahr- nehmung eigener Wirksamkeit und deren Konsequenzen auseinandersetzt. a. Begriffserklärung Motivation wird als psychische Kraft, welche den wesentlichen Aspekten des zielgerichteten Verhaltens, nämlich der Richtung, der Persistenz und der Intensität zugrunde liegt, verstanden6 und lässt sich als die Frage nach dem „Warum“ oder „Wozu“ menschlichen Erlebens und Verhaltens beschrei- ben.7 Die Motivationspsychologie unterscheidet üblicherweise zwischen Motiv...

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