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Gesellschaftlicher Wandel – wohin?

Innovative Entwicklungen in den Sozialwissenschaften. Regional, international- Festschrift für Erika Steinert

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Edited By Gisela Thiele

Die Buchbeiträge dieses Bandes sind dem Thema des sozialen Wandels verpflichtet. Im Kapitel «Kulturelle Aspekte des Wandels» geht es um Jugendliche und Pornografie und um das deutsche Erbe in der polnischen Kultur Schlesiens; im Kapitel «Soziale Arbeit – soziale Integration im Wandel» um indigenisierte Soziale Arbeit, integrative Ansätze in der Dementen-Betreuung, Behinderte in Russland und Inhaftierte in US-amerikanischen Gefängnissen sowie ältere Menschen und deren Partizipationsmöglichkeiten in der offenen Altenarbeit im Vergleich zwischen ostsächsischen und US-amerikanischen Einrichtungen. Im Kapitel «Sozialstaat, Rechtsstaat und Gesellschaft im Wandel» wird kommunale Hilfeplanung kritisch beleuchtet, das Grundeinkommen als Menschenrecht diskutiert, Ansätze postsozialistischen Aufbaus der Gesellschaft in Rumänien beschrieben sowie ein Modell der Simulation regionaler Entwicklungsprozesse vorgelegt.

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Sozialstaat, Rechtstaat und Gesellschaft im Wandel

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Probleme kommunaler Gestaltungsräume am Beispiel der Zielvereinbarung in der Hilfeplanung Rudolf Schweikart, Birgit Hoffmann Am Beispiel der Hilfen zur Erziehung, insbesondere an der Hilfeplanung für Hilfen zur Erziehung, möchten wir darstellen, inwiefern bundesrechtliche Rege- lungen, deren Umsetzung in die Zuständigkeit kommunaler Gebietskörperschaf- ten fallen, zu fachlich und administrativ sehr unterschiedlicher Gestaltung durch die Fachkräfte führen, die mit der Umsetzung der bundesgesetzlichen Regelun- gen betraut sind. Diese Spielräume auf kommunaler Ebene verstehen wir als ei- ne Facette des deutschen Sozialstaats. Bei aktuellen Diskussionen um eine pro- grammatische Neuorientierung des Sozialstaats scheint diese kommunale Viel- falt des Sozialstaats im föderalen System leicht in Vergessenheit zu geraten. Einheitliche fachliche Standards und Verfahren sind jedoch in dieser Struktur wesentlich schwieriger zu implementieren1 als bei den Sozialleistungen, die in die Zuständigkeit deutlich weniger oder gar, wie bei der Bundesagentur für Ar- beit, nur eines Sozialleistungsträgers fallen. Wir möchten am Beispiel der Hilfeplanung für Hilfen zur Erziehung zeigen, wie unterschiedlich die Gestaltungsspielräume genutzt werden und welchen ver- gleichsweise geringen Einfluss überregionale Fachdiskussionen darauf nehmen. Wir vermuten hierbei die Wirksamkeit lokaler Traditionen, die sich bereits des- wegen einem vergleichsweise geringen rechtlichen und fachlichen Rechtferti- gungszwang ausgesetzt sehen, weil über die Praxis wenig bekannt ist. Selbst der politische Druck innerhalb einer einzelnen Kommune hält sich angesichts der nicht unerheblichen Kosten, die in diesem Feld den Kommunen entstehen, in Grenzen. Im Rahmen der Sozialstaatsdiskussion lässt sich von daher schlussfol- gern, dass eine...

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