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Literatur lokalisiert-

Museologische Überlegungen zur Präsentation von literarischen Texten mit besonderer Bezugnahme auf das Designkonzept des Projekts "Steirische Literaturpfade des Mittelalters</I>

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Theresa Zifko

Im österreichischen Bundesland Steiermark werden im Rahmen des Projekts Steirische Literaturpfade des Mittelalters von 2012 bis zumindest 2017 an insgesamt acht Schauplätzen literarische Texte aus dem Mittelalter in freier Natur präsentiert. Das umfassende Designkonzept stammt von der Autorin. Zunächst werden die generellen Möglichkeiten des Ausstellens von Literatur im musealen Kontext und insbesondere im öffentlichen Raum diskutiert und sodann am Beispiel der Literaturpfade konkretisiert. Zu lesen sind in der reich bebilderten Publikation zentrale Überlegungen zur Gestaltung (Positionierung, Konstruktion, Materialauswahl, Medieneinsatz), zur Grafik (Logo, Farbkonzept, Typografie) und zur Dramaturgie dieser innovativen Ausstellung.

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2. Literatur lokalisiert?

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Wer schaut, der liest nicht. Heike Gfrereis10 Ein literarischer Text ist erfassbar und dabei bedingt immateriell. Er wird räumlich, wenn er veranschaulicht wird. Wolfgang Barthel hält fest, dass Literatur per se nicht ausstellbar ist, da sich Literatur nur im Kopf „ereignet“. Barthel wörtlich: „Literaturwerke, das gilt als unumstritten, lassen sich im allgemeinen nicht ausstellen.“11 Die Beifügung „im allge- meinen“ verweist auf eine Hintertür. Wo führt sie hin? Ist dahinter die Antwort auf die Frage zu finden, wie man literarischen Text „dennoch“ ausstellen kann? 2.1 Ansichten Diese und viele weitere Fragen beschäftigen Wissenschafter/innen an Universitäten und Museumspraktiker/innen12 gleichermaßen, wofür bei- spielhaft die Tagung „Wie stellt man Literatur aus?“ zu nennen ist, die 2011 an der Georg-August-Universität in Göttingen stattfand. Die Referentinnen und Referenten sowie die Tagungsteilneh- mer/innen aus Deutschland, Österreich und England besprachen den Zeigewert eines Schriftstücks, den Unterschied zwischen dem Ausstellen 10 Gfrereis 2007, S. 84. 11 Barthel nimmt Bezug auf umfangreiche Literaturwerke wie z.B. Romane. Kür- zere Textsorten, wie z.B. Lyrik oder Aphorismen, seien ausstellbar, da sie „im visuellen Erfahrungsort Ausstellung“ anschaulich gezeigt werden können (Bar- thel 1996, S. 26). 12 Es bedarf hier einer Klarstellung: Der Althistoriker Aigner führt in seinen Be- trachtungen zu den musealen Vorläufern aus, dass fälschlich angenommen wird, dass das Museum vom antiken Tempel für Musen abstamme. „Musen wurden an sich nicht in Tempel verehrt […], sondern nur in Zusammenhang mit Apollon als Musagetes, sonst...

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