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Kommunalwahlkampf in Ost- und Westdeutschland

Oberbürgermeister- und Landratswahlkämpfe im Ost-West-Vergleich

Stefan Waldheim

Kommunale Wahlkämpfe wurden in der Wahlkampfforschung bislang wenig beachtet. Dabei finden insbesondere zu den Oberbürgermeister- und Landratswahlen Kampagnen statt, die einen weitgehend unverfälschten Blick in das Geschehen vor Ort zulassen. Da Personenwahlkämpfe um ein Direktmandat bei einer Landtags- oder Bundestagswahl nicht mit den spezifischen Voraussetzungen auf kommunaler Ebene vergleichbar sind, unterscheiden sich auch die Strukturen, Zusammensetzungen und Handlungsweisen der Wahlkampfmanagements. Zugleich sind etablierte Wahlkampfinstrumente nur in Abhängigkeit von regionalen Strukturen anwendbar. Eine Auswertung von ausgewählten Kampagnen in Ost- und Westdeutschland zeigt, dass der Trend der Professionalisierung von Wahlkämpfen die kommunale Ebene erreicht hat.

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8. Analyse der Wahlkämpfe 2006 bis 2008

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8.1 Auswertungsverfahren Das qualitative Verfahren der Typologischen Analyse unterstützt bei der an­ schaulichen Darstellung der Fülle der erhobenen Information. Insbesondere eine (diese) explorative Studie profitiert von den Vorteilen des Auswertungsverfah­ rens.276 Grundlage ist das von Max Weber entwickelte Konzept des Idealt­ ypischen Verstehens, welches eine grundlegende Herangehensweise der Sozial­ wissenschaften für die empirische Analyse darstellt und auf die Herausstellung von Idealtypen abzielt. Diese werden durch Steigerung verschiedener Gesichts­ punkte oder die Zusammenfassung mehrerer Einzelmerkmale erreicht. Das Ver­ fahren findet Idealfälle, deren genaueste Beschreibung die empirische Relevanz aller weiteren Fälle als typisch oder weniger typisch zu verorten, unterstützt.277 Den grundlegenden Ablauf einer solchen Untersuchung stellt u.a. Mayring anschaulich dar: Der Entwicklung der Fragestellung sowie der Materialbestim­ mung folgen die Festlegung von Typisierungsdimension und -kriterium. Der Materialauswertung und Typenkonstruktion folgen die Typendeskription sowie die Rücküberprüfung auf Verallgemeinerbarkeit der erstellten Typen.278 Typisierungskriterium für die Auswertung der erhobenen Daten ist hier, wie im vorherigen Kapitel entwickelt, eine Unterscheidung nach Extremtypen. Die grundlegende Fragestellung der Arbeit findet sich so in einer graduellen Ein­ ordnung aller Einzelfälle zwischen den Extremwerten wieder. Diese generierte Reihenfolge nach dem Professionalitätsgrad der Wahlkämpfe erlaubt ent­ sprechend der Grundannahmen der Untersuchung eine belastbare Aussage. Die im Kapitel 7.1 vorgestellten Indikatoren einer (un-)professionellen Kampagne werden zum Zwecke der Typisierung der Fälle herangezogen. Im Ergebnis entsteht eine graduell abgestufte Ordinalskala279, welche die folgende Annahme zulässt: Alle mit einem geringeren Wert als dem Median der Skala ausgestatteten F...

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