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Re-Sakralisierung des öffentlichen Raums in Südosteuropa nach der Wende 1989?

Redaktion: Florian Tuder

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Alojz Ivanisevic

Die Wende von 1989 bzw. 1991 hat die Religionsgemeinschaften in den ehemals kommunistischen Staaten Südosteuropas auf die Bühne der politischen Öffentlichkeit zurückgebracht. Sie wurden aufgewertet, aber nicht unbedingt in spiritueller, sondern in institutioneller, politischer und nationaler Hinsicht. Heute, zwei Jahrzehnte nach der Wende, erheben die Religionsgemeinschaften Südosteuropas häufig den Führungsanspruch in der Gesellschaft – nicht nur in religiöser und moralischer, sondern auch in national-politischer Hinsicht. Bei ihren Versuchen, die Gesellschaft zu sakralisieren, profanisieren sie sich jedoch häufig selbst. Mit diesen Phänomenen befassen sich die in diesem Band enthaltenen Beiträge, die in Form von Referaten im Rahmen der vom 16. bis 18. September 2010 in Graz abgehaltenen Tagung «Sakralisierung des öffentlichen Raums in Südosteuropa nach der Wende 1989» präsentiert und diskutiert wurden.

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Das Ringen um das Denkmal für Papst Johannes Paul II. in Sarajevo. Mato Zovkić

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205 Das Ringen um das Denkmal für Papst Johannes Paul II. in Sarajevo Mato Zovkić Der bosnische Franziskaner Velimir Blažević hat in seinem Buch „Papst Johannes Paulus II. – ein echter Freund Bosniens“ (Papa Ivan Pavao II. istinski prijatelj Bos- ne, Sarajevo 1997) alle Äußerungen von Johannes Paulus II. und seiner Mitarbeiter im Vatikan im Zeitraum von 1991 bis 1996 zugunsten Bosniens und der Herzego- wina, als eines Staates der drei Völker und anderer Bürger, die dort leben, gesam- melt. Der Papst wollte Anfang September 1994 die belagerte Stadt Sarajevo besu- chen, um an den Leiden aller ihrer Bewohner teilzunehmen, aber die Kriegsherren haben das nicht zugelassen. Nach dem Abschluss des Friedenvertrags von Dayton im Dezember 1995 und der Installierung des dreiköpfigen Präsidiums konnte der Papst am 12. und 13. April 1997 seinen pastoralen Besuch in Sarajevo durchführen. Das zweite Mal besuchte er unser Land am 22. Juni 2003 und sprach dabei in Banja Luka den Mittelschullelhrer Ivan Merz (1896-1928) selig. Schon im Jahre 1998 hat Željko Komšić, ein junger sozialdemokratischer Politiker aus Sarajevo vorgeschla- gen, ein Denkmal für Papst Johannes Paulus II. als einen Freund Bosniens und der Herzegowina zu errichten. Aber die Beziehungen zwischen den Stadt- und Föderati- onsbehörden waren kompliziert, darum konnte diese Initiative erst im Jahre 2007 wieder aufgegriffen werden. Die kroatische Kulturgesellschaft Napredak mit Sitz in Sarajevo, im kommunisti- schen Jugoslawien 50 Jahre lang verboten, wurde im Herbst 1990 neu gegründet. Zum ersten...

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