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Toilettengraffiti

Unterschiedliche Kommunikationsverhalten von Männern und Frauen

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Christiane Stumpf

Kommunikation in den unterschiedlichsten Realisierungsformen ist unser täglicher Begleiter. Selbst an den intimsten Orten kommunizieren Menschen miteinander. Einer dieser Orte ist die Toilettenkabine. Unbeobachtet und ohne sich zu kennen treten Männer und Frauen durch Toilettengraffiti an der Wand in Kontakt mit dem eigenen Geschlecht. Anhand einer Korpusanalyse werden in dieser Arbeit zentrale Fragestellungen zum «Nebenbeimedium» Graffiti untersucht: Wie unterscheidet sich das Kommunikationsverhalten der Geschlechter beim Schreiben an der Kabinenwand? Hat die Besonderheit des Ortes Einfluss auf die Textgestaltung und den Umgang miteinander? Welche unterschiedliche Bedeutung hat die Toilettenwand als Kommunikationsmedium für Männer und Frauen?

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5 Methode und Korpusbeschreibung

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5.1 Konkretisierung der Fragestellung Wie bereits dargestellt, wird in der Forschungsliteratur zur feministischen Lingu- istik davon ausgegangen, dass Männer und Frauen im direkten Vergleich unter- schiedliche Verhalten in Kommunikationssituationen zeigen. Diese können sich zum einen durch Spezifika im Sprachgebrauch, durch bestimmte Gestaltung der einzelnen Beiträge oder aber auch durch bestimmte Verhaltensweisen innerhalb einer Gesprächssituation äußern. Die meisten Untersuchungsergebnisse sind diesbezüglich aus Face-to-face-Situationen entstanden, in denen die Kommu- nikation synchron verläuft. Demnach besteht innerhalb solcher Untersuchungen die Möglichkeit, ein größeres Untersuchungsspektrum anzulegen. Die Nutzung von Minimalpartikeln zum Beispiel, die innerhalb einer Gesprächssituation als Rückmeldesignal eingesetzt werden können oder das Untersuchen von nonverba- ler Kommunikation sowie unterschiedliche Verhalten, wie das Unterbrechen von Sprechenden, sind Kriterien, die es in solchen Situationen zu untersuchen gilt. Aufgrund der Tatsache, dass innerhalb der Toilettenkabine eine andere Kom- munikationssituation vorherrscht, auf die sich die Produzenten der Graffiti ein- stellen müssen, beschränkt sich der Untersuchungsgegenstand zum einen nur auf ein schriftlich vorliegendes Kommunikationsbild, zum anderen aber auch auf andere Untersuchungskriterien. Die zu untersuchenden Aspekte stellen sich dabei als weniger komplex dar als dies in Face-to-face-Situationen der Fall zu sein scheint. Dass vorgegebene Kommunikationsbedingungen jedoch Einfluss auf die Kommunikation nehmen können, zeigt sich nicht zuletzt in der vorheri- gen Darstellung über den Einfluss von Mündlichkeit beim Schreiben an die Toi- lettenwand. Die anschließende Analyse zum unterschiedlichen Kommunikationsverhal- ten bei Toilettengraffiti beschäftigt sich demnach mit unterschiedlichen Fragen. Zum einen soll überprüft...

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