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Geschlechterrollenvorstellungen im Tafsīr

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Kathrin Klausing

In der historisch islamischen Welt gibt es seit längerem ein Bewusstsein für problematische Vorstellungen über Geschlechterverhältnisse auch gerade in Zusammenhang mit Deutungen bestimmter Koranpassagen. Der Tafsīr (Koranexegese) ist ein historisch gewachsenes und immer noch äußerst populäres Genre innerhalb der gelehrsamen islamischen Literatur und als solches auch Ort für die religiöse Verhandlung von Geschlechterrollen. Die vorliegende Studie untersucht 21 dieser Tafsīrwerke auf ihren Umgang mit Geschlechterrollenvorstellungen in Bezug auf die Familie und bei der Zeugenschaft.

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Kapitel 2: Autoren und ihre Einordnung in die Tafsīrgeschichte

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Kapitel 2 Autoren und ihre Einordnung in die Tafsī rgeschichte 2.1 Muqātil b. Sulaymān (gest. ca. 150/767) 2.1.1 Person Abū l-Ḥasan M uqātil b. Sulaymān b. Basīr al-Azdī (oder auch al-Asadī)97 al-Huräsä- nī al-Balḫī w urde in Balḫ - im heutigen A fghanistan - geboren, wo sein Vater Richter (qāḍḫ) war. Er starb um 767 in Basra (oder laut Gilliot in Abādān 98). Über Geburts- und Todesdatum liegen jedoch keine gesicherten Q uellen vor. Er hielt sich u.a. in M arw und Bagdad au f und unterichtete verm utlich auch in Mekka, Damaskus und Beirut.99 Er genoss als Überlieferer kein besonders hohes Ansehen. Seine exegetischen Texte sind nicht sehr angesehen und w erden nu r unregelm äßig mit N am ensan­ gabe zitiert. Er w ird von vielen späteren muslim ischen Religionsgelehrten als m angelhafter Überm ittler von H aditen eingestuft, aber dennoch als Korankom­ m entator geschätzt.100 Aṭ-Ṭabarī z.B. zitiert ihn jedoch gar nicht. Sein Name w ird mit sektiererischen Inhalten und extrem em A nthropom orphism us assoziiert, was aber in seinen W erken kaum nachgew iesen w erden kann, w esw egen m an verm u­ tet, dass diese A nschuldigungen der U ntergrabung seiner A utorität dienten, oh- 97Zu verschiedenen Lesarten des Namens siehe Forster: Methoden mittelalterlicher arabischer Qur'ānexegese am Beispiel von Q 53, 1-18, S. 28, Fußnote 15. 98Gilliot: L‘exégèse du Coran en Asie...

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