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Geschlechterrollenvorstellungen im Tafsīr

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Kathrin Klausing

In der historisch islamischen Welt gibt es seit längerem ein Bewusstsein für problematische Vorstellungen über Geschlechterverhältnisse auch gerade in Zusammenhang mit Deutungen bestimmter Koranpassagen. Der Tafsīr (Koranexegese) ist ein historisch gewachsenes und immer noch äußerst populäres Genre innerhalb der gelehrsamen islamischen Literatur und als solches auch Ort für die religiöse Verhandlung von Geschlechterrollen. Die vorliegende Studie untersucht 21 dieser Tafsīrwerke auf ihren Umgang mit Geschlechterrollenvorstellungen in Bezug auf die Familie und bei der Zeugenschaft.

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Kapitel 6: Ausblick

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Kapitel 6 Ausblick Die A bw ertung der Frau in Relation zum M ann ist w ohl eine konstante Praxis in der m enschlichen Geschichte und inhärenter Bestandteil unterschiedlicher Kul­ turkreise. Um diesen universalen Fakt zu erklären, gibt es in der fem inistischen L iteratur zwei Erklärungsmöglichkeiten, die als theoretischer H intergrund für die A usw ertung der Ergebnisse dieser Arbeit hilfreich sein können. Die eine M ög­ lichkeit ist eine A rt genetischer Determ inism us, der die ungleiche Bewertung als Folge eines tatsächlich existierenden Mangels im w eiblichen Geschlecht selbst in ­ terpretiert. Die Frau selbst sei mit einer biologischen M angelhaftigkeit belastet, was ihre U nterordnung quasi natürlich m achen w ürde und sie im Allgem einen auch recht zufrieden damit sein lasse.941 Dies ist, mit kleinen Korrekturen, die Sichtweise, die auch die hier untersuchten m odernen Exegeten einnehm en - mit der Ausnahme, dass eine Gleichwertigkeit der G eschlechter in m odernen Kom­ m entaren zum indest im spirituellen Sinn im m er w ieder explizit betont w ird. So führt auch Tabātabā’ī aus, dass in den für M änner vorbehaltenen Aufgaben wie Kriegsführung und Regierungstätigkeiten kein besonderer M ehrw ert liege, diese lediglich männerspezifische Aufgaben seien, denen eben auch frauenspezifische gegenüberstünden. Betont w ird zudem die gleich verteilte jenseitige Belohnung dieser Tätigkeiten. Eine gesellschaftliche D im ension der Bewertung findet bei Ta- bätabä’I hingegen keine Erw...

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