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Spuren früher Textkompetenz

Schriftliche Instruktionen von ein- und mehrsprachigen 2.-KlässlerInnen im Vergleich

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Anne von Gunten

Diese Studie untersucht die instruktive Textkompetenz von 90 ein- und mehrsprachigen 2.-KlässlerInnen mit Migrationshintergrund anhand linguistischer Textanalysen und vergleicht diese Ergebnisse mit der orthographischen Kompetenz der Kinder. Es zeigt sich, dass die Anleitungen mehrheitlich bereits Spuren von Textkompetenz aufweisen, die Unterschiede zwischen ein- und mehrsprachigen Kindern gering ausfallen und in beiden Untersuchungsgruppen ein Zusammenhang zwischen instruktiver und orthographischer Kompetenz besteht. Entgegen gängiger Annahmen zum frühen Schreibentwicklungsstadium lassen sich in Ansätzen adressatenorientierte und textsortensensible Strategien der etwa 8-jährigen SchreiberInnen nachweisen, woraus didaktische Anregungen für den frühen Schreibunterricht abgeleitet werden.

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1 Einleitung

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1.1 Skizzierung des Forschungsinteresses LeserInnen1 werden in diesem Kapitel an das Thema dieser Arbeit herangeführt, indem der Text von einem Jungen genauer betrachtet wird, der zu einer be- stimmten Gruppe von mehrsprachig in der Schweiz aufgewachsenen Kindern gehört, die für die vorliegende Studie im Zentrum stehen. Die beiden For- schungsfragen werden in Kapitel 3.2 und 3.3 auf Basis der in Kapitel 2 disku- tierten theoretischen Hintergründe im Hinblick auf den empirischen Teil konkre- tisiert. Zum Einstieg in das Themengebiet dieser Arbeit lade ich Interessierte ein, ei- nen aufmerksamen Blick auf den in Abbildung 1 dargestellten Schülertext zu werfen. Für DidaktikerInnen oder LinguistInnen geht es im Rahmen der Förder- diagnostik oder der Schreibforschung um die Frage, wie aufgrund solcher Texte das Sprachkompetenzniveau von SchülerInnen eingeschätzt werden kann: Wel- che Schreibkompetenzen lässt das Kind erkennen? In welchen Sprachbereichen sollte es in besonderer Weise gefördert werden? Abbildung 1: Bastelanleitung eines mehrsprachigen Jungen 1 2 3 4 5 6 7 Mir brauchen eine Schablone. Dan müst ir der Schablone.nach zeichnen, Dan müst ir die Puppe ausmalen, Dan müst ir sie aus schneiden. Dan must ir zwei Löcher schneiden, für die Finger.Dan braucht ein Gümeli Dan Könt ir Spilen 1 Damit der Text nicht zu schwerfällig wirkt, werden jeweils nicht beide Geschlechtsbezeichnun- gen, sondern nur die geschlechtsneutralen Bezeichnungen mit grossem „I“ verwendet, z. B. „AdressatIn“, „ProbandIn“, „SchreiberIn“, etc. Bei präziser Aussprache ist das grosse „I...

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