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Die Verjährung von kaufrechtlichen Gewährleistungs- und Rückgriffsansprüchen

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Anke Lydia Behrensmeyer

Die Verjährung ist eine der wichtigsten und praxisrelevantesten Einreden des Zivilrechts. Bereits das römische Recht kannte dieses Rechtsinstitut, das seitdem in seiner Begrifflichkeit und Ausgestaltung weiterentwickelt wurde. Die letzte größere Veränderung erfuhr es durch die Schuldrechtsreform 2002. Die Dissertation bietet einen Überblick über die gegenwärtige Regelung der Verjährung von kaufrechtlichen Gewährleistungs- und Rückgriffsansprüchen. Dabei wird auf Sinn und Zweck der Verjährung, auf die einzelnen gesetzlich geregelten Aspekte sowie auf die Möglichkeit abweichender Vereinbarungen eingegangen. Nach der Abhandlung ausgewählter Einzelfragen schließt die Dissertation mit einer Bewertung des heutigen Verjährungssystems.

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B) Entwicklung des Rechtsinstituts der Verjährung bei der Sachmängelhaftung

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I. Entwicklung der Verjährung bis zur Schuldrechtsreform 1. Von dem Verlust des Klagrechts zur Nichtdurchsetz- barkeit des Anspruchs – Begriff und Entwicklung der Verjährung Um die tatsächliche Bedeutung und Wichtigkeit des Rechtsinstituts der Verjäh- rung erfassen zu können, sollte man sich zunächst ansehen, woher Verjährung kommt und was genau darunter zu verstehen ist. Im klassischen römischen Recht gab es noch keine Verjährung. Hier waren die meisten Klagen „perpetuae“, das heißt man konnte sie noch nach unbestimmter Zeit erheben.13 Ein der allgemeinen Verjährung entsprechendes Rechtsinstitut wurde erstmals im Jahre 424 n.Chr. per Gesetz von Theodosius II. eingeführt und fand im Jahre 438 n.Chr. veröffentlichten Codex Theodosianus in Absatz 4.14.1.1 Nieder- schlag: Quae ergo ante non motae sunt actiones, triginta annorum iugi silentio, ex quo competere iure coeperunt, vivendi ulterius non habeant facultatem. 14 Diejenigen Klagen, die nicht vorher erhoben worden sind, sollen also nach ei- nem Stillschweigen von 30 Jahren, gerechnet vom Zeitpunkt, von dem ab sie [ih- rem Inhaber] von Rechts wegen zustanden, weiterzuleben nicht mehr die Kraft haben.15 Nach dieser Regelung verloren grundsätzlich alle Klage ihre Durchsetzbarkeit nach 30 Jahren. Nur einzelne Ansprüche waren diesem Untergang durch Zeitab- lauf gefeit, wie z.B. der Freilassungsanspruch oder der Steuerforderungsan- spruch des Fiskus.16 Das der Verjährung im römischen Recht entsprechende Rechtsinstitut nannte sich praescriptio longi temporis und wurde hauptsächlich 13 Siehe dazu Savigny, Bd. V, S. 273; Göschen, S. 423; Kaser II, S. 71;...

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