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Die Verjährung von kaufrechtlichen Gewährleistungs- und Rückgriffsansprüchen

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Anke Lydia Behrensmeyer

Die Verjährung ist eine der wichtigsten und praxisrelevantesten Einreden des Zivilrechts. Bereits das römische Recht kannte dieses Rechtsinstitut, das seitdem in seiner Begrifflichkeit und Ausgestaltung weiterentwickelt wurde. Die letzte größere Veränderung erfuhr es durch die Schuldrechtsreform 2002. Die Dissertation bietet einen Überblick über die gegenwärtige Regelung der Verjährung von kaufrechtlichen Gewährleistungs- und Rückgriffsansprüchen. Dabei wird auf Sinn und Zweck der Verjährung, auf die einzelnen gesetzlich geregelten Aspekte sowie auf die Möglichkeit abweichender Vereinbarungen eingegangen. Nach der Abhandlung ausgewählter Einzelfragen schließt die Dissertation mit einer Bewertung des heutigen Verjährungssystems.

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D) Zweck der Verjährung im Kaufrecht

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So selbstverständlich die Existenz des Rechtsinstituts Verjährung für uns heute erscheinen mag, sollte man nicht aus dem Blick verlieren, dass es Verjährung nicht immer gab und in manchen Kulturen bis heute nicht gibt. Seit der Einfüh- rung der allgemeinen Verjährung im Jahre 424 n.Chr. wurde die grundsätzliche Existenzberechtigung des Rechtsinstituts im deutschen Rechtsraum zwar nicht mehr bestritten.374 Zu ihrer Begründung wurden allerdings im Laufe der Zeit verschiedenste Aspekte geltend gemacht. Um auch in problematischen Fallkons- tellationen zu einer möglichst widerspruchsfreien und sachgerechten Anwen- dung des Verjährungsrechts zu kommen, kommt man nicht umhin, sich vor Au- gen zu führen, warum es Verjährung gibt und welche ihre Aufgaben sind. I. Sinn und Zweck der Verjährung allgemein 1. Öffentliche Interessen: Rechtssicherheit und Rechtfrie- den, Entlastung der Gerichte Vorderste Aufgabe der Verjährung ist es, Rechtssicherheit und Rechtsfrieden zu gewährleisten.375 Grundsätzlich werden diese dadurch gewährleistet, dass der Inhaber eines Anspruchs die Möglichkeit hat, tatsächlich zu seinem Recht zu kommen. Schließlich hat er sich den Anspruch in irgendeiner Weise verdient und so ist es logisch, dass er auch die Möglichkeit haben muss, ihn durchzuset- zen. Macht ein Anspruchsinhaber sein Recht jedoch über Jahre hinweg nicht geltend, gerät der Anspruch allgemein in Vergessenheit und der bestehende Zu- stand verfestigt sich. Die Sachlage wird irgendwann allgemein akzeptiert und über ihr tritt wiederum Rechtsfrieden ein. Über diesem neuen Rechtsfrieden schwebt jedoch der (noch) nicht geltend gemachte Anspruch...

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