Show Less

Die Verjährung von kaufrechtlichen Gewährleistungs- und Rückgriffsansprüchen

Series:

Anke Lydia Behrensmeyer

Die Verjährung ist eine der wichtigsten und praxisrelevantesten Einreden des Zivilrechts. Bereits das römische Recht kannte dieses Rechtsinstitut, das seitdem in seiner Begrifflichkeit und Ausgestaltung weiterentwickelt wurde. Die letzte größere Veränderung erfuhr es durch die Schuldrechtsreform 2002. Die Dissertation bietet einen Überblick über die gegenwärtige Regelung der Verjährung von kaufrechtlichen Gewährleistungs- und Rückgriffsansprüchen. Dabei wird auf Sinn und Zweck der Verjährung, auf die einzelnen gesetzlich geregelten Aspekte sowie auf die Möglichkeit abweichender Vereinbarungen eingegangen. Nach der Abhandlung ausgewählter Einzelfragen schließt die Dissertation mit einer Bewertung des heutigen Verjährungssystems.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

E) Einzelprobleme der Verjährung

Extract

I. Die Grenzen des § 438 BGB Kommt man mit den neuen Verjährungsregelungen nun zu einer gerechten und widerspruchsfreien Lösung für problematische Fälle oder ist im Vergleich zur alten Rechtslage gar mehr „Willkür“ zu befürchten? Im Gegensatz zur alten Rechtslage gibt es nun statt vieler verschiedener Verjährungsregelungen im Kaufrecht mit § 438 BGB eine zentrale Norm, in welcher alle kaufrechtlichen Verjährungsfristen geregelt sind. Es lässt sich feststellen, dass sich durch die neuen gesetzlichen Regelungen einige Probleme der alten Rechtslage erledigt haben. Insbesondere ist die Rechtsprechung zur analogen Anwendung der kur- zen Verjährungsfrist des § 477 BGB a.F. auf Schadensersatzansprüche mit Mangelbezug grundsätzlich obsolet geworden. Für den Großteil der Kaufsachen ist die zweijährige Verjährungsfrist des § 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB, vor allem im Gegensatz zu der sechsmonatigen Frist des § 477 Abs. 1 S. 1 BGB a.F., ange- messen. Bezüglich des Kaufs von Bauwerken und Bauteilen bringt § 438 Abs. 1 Nr. 2 BGB die ersehnte Entspannung der Rechtslage, nach dem die Ansprüche aus solchen Kaufverträgen in fünf Jahren und damit in der gleichen Frist wie entsprechende Ansprüche aus Werkverträgen verjähren. Auch die Ansprüche aus culpa in contrahendo lassen sich den gesetzlichen Ver- jährungsfristen nun leichter zuordnen. Durch die Kodifizierung von vorvertrag- lichen Schuldverhältnissen in § 311 Abs. 2 Nr. 1 BGB unterfallen Ansprüche aus solchen nun grundsätzlich der Regelung des § 195 BGB und verjähren damit in...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.