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Verdachtsberichterstattung

Medienberichterstattung über Straftatverdächtige

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Nadine Kristin Keil

Die Kriminalität ist in vielfältiger Weise Thema der Berichterstattung. Der in den Medien geäußerte Straftatverdacht wirkt sich auf der einen Seite regelmäßig negativ und nachhaltig auf die Persönlichkeitsrechte des betroffenen Verdächtigen aus. Auf der anderen Seite ist die Öffentlichkeit an der Berichterstattung über Straftaten in besonderem Maße interessiert. Als Gefährten dieser sogenannten Verdachtsberichterstattung sind neben den Journalisten auch die Ermittlungsbehörden anzusehen. In der Arbeit wird dieses Konfliktfeld aufgearbeitet, seine Entwicklungen nachgezeichnet und Ansätze zur Lösung angeboten. Es wird insbesondere dafür plädiert, eine Berichterstattung bei Verwendung sogenannter Eingriffsverstärker sowie bei zu erwartenden schweren irreparablen Schäden für unzulässig zu erklären.

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Dritter Teil. Lösungsansätze

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245 Dritter Teil Lösungsansätze Um den Konflikt zwischen dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht des Tatver- dächtigen und den Rechten der Medien zu lösen, werden verschiedene Lösungs- ansätze diskutiert, die an dieser Stelle dargestellt und kommentiert werden sol- len. A) Besser ausgebildete Medienvertreter Innerhalb der Medienwelt besteht ein massiver Konkurrenz- und Zeitdruck. Den Journalisten wird in der Regel eine Zeilen- oder Minutenzahl vorgeschrieben und zusätzlich eine gewisse Zeit vorgegeben, innerhalb derer der Bericht fertig bearbeitet sein soll. Dieser Druck resultiert unter anderem aus dem Interesse der Rezipienten, möglichst zeitnah über das aktuelle Geschehen informiert zu wer- den. Eine seriöse Recherche bleibt dabei nicht selten auf der Strecke. Fachkun- dige, kompetente Reporter, die auf Grund langjähriger Erfahrung mit der Justiz- berichterstattung versiert auf diesem Bereich sind, können mit Informationen und deren Grenzen umgehen. Allerdings gibt es insbesondere junge Journalis- ten, Volontäre und Praktikanten, die allesamt unerfahren auf diesem Gebiet sind, aber trotzdem vorgeschickt werden, um Berichte zu recherchieren und abzufas- sen. Viele Journalisten sind oft durch Kenntnislosigkeit geprägt, da sie sich mit vielen unterschiedlichen Themen gleichzeitig auseinandersetzen müssen. Trotz- dem versucht natürlich jeder Journalist etwas zu liefern und zu berichten. Um bessere und kompetentere Justizberichterstatter zu etablieren, wird zum Teil gefordert, die Journalisten mit mehr juristischer Sachkunde1300 auszustat- ten1301. Selbst wenn man für die Journalisten keine juristische oder kriminologi- sche Ausbildung oder auch nur entsprechende schnelle Kurse verlangen würde, die möglicherweise auf ein gefährliches...

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