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Liebe und Ehe in den erzählenden Werken Hartmanns von Aue

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Nina Spangenberger

Liebe und Ehe treten bei Hartmann von Aue schon als ‘Einzelphänomene’ hervor, doch erweist sich darüber hinaus gerade das Zusammenspiel beider Faktoren als von zentraler Bedeutung für seine Erzähltexte. Daher steht die Verbindung von Liebe und Ehe im Mittelpunkt dieser Arbeit. Zunächst widmet sich die Untersuchung jeweils einzeln Hartmanns erzählenden Werken Erec, Iwein, Gregorius und Der arme Heinrich. Dabei gilt es, den spezifischen Umgang jeder Dichtung mit dem Themenkomplex Liebe und Ehe zu beleuchten. Darauf folgt eine Gegenüberstellung der vier Texte, die sich an sieben Schwerpunkten orientiert – von der Liebesentstehung bis zu dem Verhältnis von Ehe und Eheliebe zur Gesellschaft und zu Gott. In den Einzeluntersuchungen wie im Vergleich werden die Befunde zu Liebe und Ehe bei Hartmann in Beziehung gesetzt zu der hochmittelalterlichen Ehelehre und Ehepraxis.

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1. Einleitung

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Liebe und Ehe sind als Themen aus der Weltliteratur nicht wegzudenken. Es sei beispielsweise erinnert an Jane Austens Roman Pride and Prejudice, dessen erster Satz bereits den Fokus auf die Ehethematik legt: „It is a truth universally acknow- ledged, that a single man in possession of a good fortune, must be in want of a wife.“1 Doch ebenso hat die Liebe in dem 1813 veröffentlichten Text ein besonde- res Gewicht, denn „[d]ie Liebe macht das Unmögliche möglich“, führt die beiden Hauptfiguren – trotz sozialer und persönlicher Hindernisse – schließlich zusam- men und vereint sie in einer Ehe.2 Fast zeitgleich mit Pride and Prejudice erscheint die Sammlung der Kinder- und Hausmärchen von Jakob und Wilhelm Grimm. Wie für Austens Roman lässt sich für den Großteil dieser „volksläufigen Erzählungen“3 eine große Relevanz der Liebes- und Ehethematik feststellen. „Etwa vier Fünftel aller Grimmschen Märchen handeln von Partnerbeziehungen. Dabei ist die Hochzeit Ziel und Ende fast aller Zauber- und Novellenmärchen.“4 So wird hier mit der Eheschließung des füreinander bestimmten Liebespaares der glückliche Ausgang besiegelt. Dass Liebe und Ehe indes als literarische Themen keineswegs ein Phänomen des 19. Jahrhunderts oder auch nur ein neuzeitliches Phänomen sind, soll diese Arbeit zeigen. Denn in der Erzähldichtung Hartmanns von Aue, die Ende des 12. bis in die frühen Jahre des folgenden Jahrhunderts entstanden ist,5 spielen Liebe und Ehe ebenfalls eine wichtige...

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