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Liebe und Ehe in den erzählenden Werken Hartmanns von Aue

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Nina Spangenberger

Liebe und Ehe treten bei Hartmann von Aue schon als ‘Einzelphänomene’ hervor, doch erweist sich darüber hinaus gerade das Zusammenspiel beider Faktoren als von zentraler Bedeutung für seine Erzähltexte. Daher steht die Verbindung von Liebe und Ehe im Mittelpunkt dieser Arbeit. Zunächst widmet sich die Untersuchung jeweils einzeln Hartmanns erzählenden Werken Erec, Iwein, Gregorius und Der arme Heinrich. Dabei gilt es, den spezifischen Umgang jeder Dichtung mit dem Themenkomplex Liebe und Ehe zu beleuchten. Darauf folgt eine Gegenüberstellung der vier Texte, die sich an sieben Schwerpunkten orientiert – von der Liebesentstehung bis zu dem Verhältnis von Ehe und Eheliebe zur Gesellschaft und zu Gott. In den Einzeluntersuchungen wie im Vergleich werden die Befunde zu Liebe und Ehe bei Hartmann in Beziehung gesetzt zu der hochmittelalterlichen Ehelehre und Ehepraxis.

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3. Vergleich der erzählenden Werke

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Nach der Untersuchung der einzelnen Erzähltexte Hartmanns von Aue in Hinblick auf Liebe und Ehe im zweiten Kapitel gilt es nun, ihre Gemeinsamkeiten und Un- terschiede in diesem Themenkomplex herauszustellen. So sollen Rückschlüsse auf die Auffassung des Dichters von Liebe und Ehe gezogen werden, die zugleich mit zeitgenössischen Vorstellungen von der Paarbeziehung in Zusammenhang zu bringen sind. Im Vergleich erfolgt die Auseinandersetzung mit den Texten nicht nach einer bestimmten Reihenfolge, sondern thematisch, um Hartmanns Akzentuierungen in den verschiedenen Werken gerecht zu werden. Außerdem sind nun seine Lyrik und die Klage1351 hinzuzuziehen, was eine Suche nach Übereinstimmungen er- möglicht, die das gesamte Œuvre des Dichters betreffen. Da diese Texte (nicht nur) gattungsbedingt andere Schwerpunkte haben, sind die Bezüge zu den Liedern und der Klage in den einzelnen Unterkapiteln von unterschiedlicher Intensität. 3.1. Minne waltet grôzer kraft (Klage, V. 1) Zur Liebesentstehung Dieser erste Vers in Hartmanns Klage leitet eine Sentenz ein, die mithilfe von antithetischen Paaren herausstellt, „that Minne rules over everybody without ex- ception“1352 (vgl. Klage, V. 1-5). Ähnlich erklärt der Iwein-Erzähler: Minne kraft hât sô vil / daz sî gewaltet swem sî wil (Iwein, V. 1567 f.). Daher verwundert kei- nesfalls, dass die Macht der personifizierten Liebe sich als ein Thema des zweiten Artusromans erweist, das Teile der Handlung bestimmt: vrou Minne wirkt nicht nur auf die Protagonisten ein, sorgt für die Entstehung ihrer Liebe (vgl. Iwein, V. 1333-1336, 2054-2057) und später für...

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