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Rosegger-Rezeption bei Anton Webern

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Elisabeth Kaiser

Diese Arbeit beleuchtet die intensive Auseinandersetzung Anton Weberns mit dem österreichischen Heimatschriftsteller Peter Rosegger. Sie beruhte auf Parallelen in ihrer beider Lebensgeschichte, in der Geisteshaltung sowie auf einer tiefen Sehnsucht Weberns nach einem verlorenen Paradies, das er in Roseggers Werken wieder fand. Roseggers Einfluss auf Weberns Schaffen wurde in Themenbereiche unterteilt, von denen sich die innige Beziehung zur Mutter bzw. die Trauer um sie als zentrales Thema herauskristallisierte. Da Rosegger sich in seinen Romanen und Erzählungen ausnehmend viel zur Musik und zu musikalischen Fragen äußerte, ergab es sich im letzten Kapitel, dass trotz gegensätzlicher Ausgangsposition auch darin Ähnlichkeiten zu Weberns Anschauungen zu finden sind. Zusammenfassend ist zu sagen, dass mehr Ähnlichkeiten zwischen Webern und Rosegger existieren als anzunehmen war.

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3. Ästhetische Positionen Roseggers und Weberns

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Obwohl Rosegger immer wieder betonte, unmusikalisch bzw. musikalisch un- gebildet zu sein, kann man aufgrund vieler Aussagen sowie einer beträchtlichen Anzahl von Artikeln über die Musik im Heimgarten ermessen, wie viel sie ihm bedeutete. Auch in seinen Romanen und Erzählungen schrieb er sehr viel über Musik, speziell über ihre Wirkung.537 Als Zwanzigjähriger bezeichnete er sich in einem handgeschriebenen Heft Ein Wort über die Musick, in welchem er seine Eindrücke von Kirchenkonzerten auf dem Land festhielt, sogar als „berühmten Musikkenner“.538 Webern, der fast alle Werke von Rosegger las und neun Texte daraus ver- tonte, blieben dessen Äußerungen zur Kunst und speziell zur Musik nicht ver- borgen. Wie passt nun Roseggers Musikverständnis zu Weberns eigenen Auf- fassungen? Was mag Webern davon gehalten haben? Wenngleich er sich nir- gends dazu äußerte, stellt sich einem doch die Frage, wie er über Roseggers Mu- sikverständnis dachte bzw. ob er sich davon in irgendeiner Weise irritiert fühlte. Aus dem Material habe ich Fragestellungen ausgearbeitet, die ich – ausgehend von dezidierten Äußerungen Roseggers zu verschiedenen musikalischen The- men und den Übereinstimmungen oder Nichtübereinstimmungen bei Webern – zu beantworten suchte. Aufgrund der unterschiedlich zu interpretierenden Äuße- rungen konnte ich auch Redundanzen nicht gänzlich umgehen. Die einzelnen Abschnitte sind nur im Hinblick auf Roseggers und Weberns Aussagen beant- wortet, nicht etwa allgemein zu sehen und erheben nicht den Anspruch auf Voll- ständigkeit. Kommentiert werden diese Aussagen durch zeitgenössische Schriften Hauseggers (zum einen wegen seiner...

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