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Rosegger-Rezeption bei Anton Webern

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Elisabeth Kaiser

Diese Arbeit beleuchtet die intensive Auseinandersetzung Anton Weberns mit dem österreichischen Heimatschriftsteller Peter Rosegger. Sie beruhte auf Parallelen in ihrer beider Lebensgeschichte, in der Geisteshaltung sowie auf einer tiefen Sehnsucht Weberns nach einem verlorenen Paradies, das er in Roseggers Werken wieder fand. Roseggers Einfluss auf Weberns Schaffen wurde in Themenbereiche unterteilt, von denen sich die innige Beziehung zur Mutter bzw. die Trauer um sie als zentrales Thema herauskristallisierte. Da Rosegger sich in seinen Romanen und Erzählungen ausnehmend viel zur Musik und zu musikalischen Fragen äußerte, ergab es sich im letzten Kapitel, dass trotz gegensätzlicher Ausgangsposition auch darin Ähnlichkeiten zu Weberns Anschauungen zu finden sind. Zusammenfassend ist zu sagen, dass mehr Ähnlichkeiten zwischen Webern und Rosegger existieren als anzunehmen war.

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4. Zusammenfassung

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Weberns Auseinandersetzung mit Rosegger wurde bisher nur bruchstückhaft erforscht und betraf einzelne Vertonungen. Anscheinend fällt es den meisten Webernforschern auch heute noch schwer anzuerkennen, dass Webern keines- wegs der sachliche Zwölftonkomponist, sondern im Grunde ein äußerst gefühls- betonter Mensch war, der Heimatliteratur liebte und für Althergebrachtes emp- fänglich war. Ziel meiner Arbeit war es, das gängige Webern-Bild zu revidieren und die bemerkenswerten Übereinstimmungen in Gefühls- und Gedankenwelt, ja sogar in ihrem Musikverständnis aufzuzeigen, dass sie sich also näher stan- den, als bisher angenommen wurde. Im ersten Kapitel wurden Roseggers und Weberns Leben und Schaffen kurz umrissen und die wichtigsten Identifikationspunkte – Natur und Religiosität – einer eingehenden Betrachtung unterzogen, untermauert von Passagen und Zi- taten aus Roseggers Romanen und Erzählungen und Briefzitaten von Webern. Als Webern im Jahre 1911 Rosegger zu lesen begann, befand er sich fern von seiner Heimat in Engagements am Theater. Nachdem der familieneigene Besitz in Kärnten verkauft worden war, beschäftigte er sich umso eingehender mit Ro- seggers Schriften, in denen er all das angesprochen sah, was er nun für eine län- gere Zeit nicht mehr hatte: Berge, Natur, Volksgut, Brauchtum etc., sowie auch anderes, das er für immer verloren hatte und wovon ihm nur mehr die Erinne- rung blieb. Im zweiten Kapitel wurde der Einfluss Rosegger auf Weberns Werke, be- ginnend mit Weberns Auseinandersetzung mit dem Volkstümlichen – ein Über- begriff, in den all diese Lieder (es handelt sich ja...

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