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Methodenkombination in der Metaphernforschung

Metaphorische Idiome des Lebens

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Tamàs Kispàl

Wenn man über das menschliche Leben spricht oder schreibt, benutzt man oft metaphorische Ausdrücke wie am Kreuzweg stehen oder sein Leben aufs Spiel setzen. Im ersten Teil der Arbeit geht der Autor der Frage nach, wie metaphorische Idiome im Rahmen der kognitiven Linguistik, unter kritischer Betrachtung der kognitiven Metapherntheorie von Lakoff und Johnson, untersucht werden können. Im empirischen Teil wird eine Sammlung von deutschen metaphorischen Lebens-Idiomen aus Wörterbüchern und aus dem Deutschen Referenzkorpus (IDS-Korpus) zusammengestellt und ihre Motiviertheit in Korpusbelegen untersucht. Die Idiome werden demnach nicht nur durch konzeptuelle Metaphern, sondern auch durch Symbole sowie etymologisches, kulturelles und enzyklopädisches Wissen motiviert.

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1. Einleitung

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1.1. Gegenstand der Arbeit Wenn man über das menschliche Leben spricht oder schreibt, benutzt man oft metaphorische Ausdrücke. Diese metaphorischen Ausdrücke können einfache Wörter (blühen, keimen, rosig) oder zusammengesetzte Wörter (sich durchbo- xen, Lebensabend, Lebenslauf, Schattendasein), aber auch mehr oder weniger feste Wortverbindungen (erfülltes Leben, jdms. Leben verläuft in geregelten Bahnen) sein. Letztere bilden den sprachlichen Gegenstand der vorliegenden Arbeit. Metapher wird hier in zweierlei Hinsicht verstanden. Einerseits als all- tagssprachliche übertragene sprachliche Einheiten, die im Folgenden meistens sprachliche Metaphern genannt werden. Andererseits als konzeptuelle Einheiten, die als Projektionen zwischen einem konkreteren Ausgangs- und einem abstrak- teren Zielbereich definiert werden können und bei der Konzeptualisierung (von Zielbereichen) eine wichtige Rolle spielen (z.B. LEBEN IST EIN WEG). Im Sinne der kognitiven Linguistik stellen die metaphorischen sprachlichen Ausdrücke (d.h. die sprachlichen Metaphern) die sprachlichen Realisierungen von konzep- tuellen Metaphern dar. Über konzeptuelle Metaphern als solche redet man erst seit dem Erscheinen des Werkes Metaphors We Live By von Lakoff and Johnson (Lakoff/Johnson 1980 [2000]). Die systematische Struktur der Metaphern wurde zwar schon früher beschrieben, z.B. von Weinrich (1958, 1963). Ihre theoreti- sche und praktische Integration in die kognitive Linguistik erfolgte allerdings erst bei Lakoff und Johnson.1 Auch in der vorliegenden Arbeit bildet die kogni- tive Metapherntheorie von Lakoff und Johnson den wichtigsten theoretischen Rahmen und damit den Ausgangspunkt. Der andere theoretische Eckpfeiler der Arbeit ist die kognitive Idiomfor- schung. Im Folgenden wird die Idiomatik im Sinne der Prototypentheorie und in Anlehnung...

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