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Frühe semitische Lehnwörter im Griechischen

Rafal Rosol

Das Buch wirft ein neues Licht auf die Frage der frühen semitischen Lehnwörter im Griechischen. Es untersucht ca. 400 griechische Wörter auf einen möglichen semitischen Ursprung. Aus dieser Untersuchung ergibt sich, dass der von der mykenischen bis zum Ende der klassischen Zeit belegte griechische Wortschatz insgesamt 65 Wörter mit plausiblen semitischen Etymologien umfasst. Hinzu kommen die Buchstabennamen phönizischer Herkunft und einige Wörter, die zwar ägyptischen oder iranischen Ursprungs sind, aber vermutlich durch Vermittlung einer semitischen Sprache übernommen wurden. Bei über 300 Wörtern erwiesen sich die in der Forschung vorgeschlagenen semitischen Etymologien dagegen als unhaltbar.

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I. EINFÜHRUNG

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1. Übersicht über die Forschungsgeschichte Die Anfänge der Forschung über die semitischen Lehnwörter im Griechischen finden sich schon bei den antiken und byzantinischen Autoren, die im Falle mancher Wörter auf semitische bzw. orientalische Herkunft hinweisen. Das Quellenwort wird hierbei nur in Einzelfällen angegeben, z.B. in einem Abschnitt aus der Praeparatio evangelica von Eusebius über die griechischen Buchsta- bennamen (10.5.11; vgl. Kapitel III). Sowohl bei Eusebios von Caesarea, als auch bei anderen christlichen Autoren und vor allem bei den neuzeitlichen Forschern vom 16. zum 18. Jh. wird den Be- ziehungen zwischen der altgriechischen und der biblisch-hebräischen Sprache besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die meisten vor dem 19. Jh. entstandenen Arbeiten beruhen jedoch auf der irrigen Annahme, dass das Hebräische als Spra- che des Alten Testaments lingua primaeva für alle anderen Sprachen war. Dem- entsprechend wurde mit allen Mitteln versucht, eine hebräische Herkunft des griechischen Wortschatzes nachzuweisen. Einer der einflussreichsten Vertreter dieser Richtung ist É. Guichard, der in seinem Werk L’harmonie étymologique des langues (1606), eine große Anzahl griechischer Wörter auf die hebräischen zurückführt. Auch andere Gelehrten jener Zeit, z.B. Z. Bogan (Homerus JEbrai?zwn, sive comparatio Homeri cum Scriptoribus Sacris quoad normam lo- quendi, 1658) und L. de Thomassin (Methode d’enseigner la grammaire ou les langues par rapport à l’Écriture sainte, en les réduissant toutes à l’hebreu, 1690- 93), bemühten sich, so viel griechische Wörter wie möglich aus dem Hebräischen herzuleiten. Ihre Etymologien fußen jedoch im...

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