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Entwicklung durch Handel?

Auswirkungen eines Paradigmenwechsels in der handelspolitischen Entwicklungszusammenarbeit der EU am Beispiel Ghanas

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Henning Möldner

Das zentrale Anliegen des Cotonou-Abkommens zwischen EU und AKP-Staaten ist, die handelspolitischen Verbindungen WTO-konform auf eine neue Basis zu stellen. Die Economic Partnership Agreements versprechen in der Theorie große Entwicklungspotentiale. Das Problem am Freihandel ist jedoch seine Nichtexistenz. Marktunvollkommenheiten, wie die europäische Subventionspolitik, aber auch einheimische Abnahmemonopole verhindern das Realisieren von komparativen Kostenvorteilen. Anhand des Fallbeispiels Ghana zeigt die Analyse, dass dem handelspolitischen Paradigmenwechsel in der europäischen Entwicklungszusammenarbeit ein schwieriger Anpassungsprozess folgt, an dessen Ende nicht automatisch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Entwicklungsländer zu erwarten ist.

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2 Methodik

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Im Folgenden soll die methodische Grundlage für die vorliegende Arbeit dargestellt werden. Dies erfolgt in drei Schritten: (1) Im ersten Schritt wird die Politikfeldana- lyse als Grundlage für die weitere Vorgehensweise vorgestellt, (2) im zweiten Schritt Peter Halls politischer Paradigmenwechsel als der Untersuchung in Kapitel 3 zu- grundeliegendes politikwissenschaftliches Modell erörtert. Dadurch soll der Policy- wandel innerhalb der Europäischen Entwicklungszusammenarbeit eingeordnet und analysiert werden. (3) Im dritten Schritt der theoretischen Diskussion wird die Eva- luationsforschung eingeführt, anhand derer in Kapitel 4, 5 und 6 die Auswirkungen dieses Policywandels zwischen der EU und Ghana diskutiert werden. 2.1 Die Politikfeldanalyse „Politik […] bezeichnet die auf die Polis bezogenen öff. Angelegenheiten, die alle Bürger […] betreffen […]“ (Schultze 2005: 697). Im Gegensatz zu diesem in der griechischen Antike vorherrschenden Politikverständnis ist der moderne Politikbe- griff „offen“ und „strittig“. In der angelsächsischen Tradition unterscheidet man drei Formen: policy, polity und politics. Diese begriffliche Trias wird auch in der deutschen Politikwissenschaft zu Grunde gelegt, um sich dem Phänomen zu nä- hern. Politische Prozesse werden unter dem Begriff politics zusammengefasst und „[…] bezeichne[n] damit den aktiven, mehr oder weniger konflikthaften Prozeß polit. Gestaltung, der v. a. in polit. Verhandlungen und Tauschprozessen ausgetra- gen wird […]“ (Schubert 2005c: 697). Dabei geht es um konkrete Handlungen der politischen Akteure, wie Kooperationen, Abstimmungen oder Koalitionsbildungen (vgl. Blum 2009: 14). Der Begriff polity geht auf das aristotelische Politikverständ- nis der politeia zurück und meint „Verfassung als polit. Ordnung überhaupt, aber auch eine...

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