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Entwicklung durch Handel?

Auswirkungen eines Paradigmenwechsels in der handelspolitischen Entwicklungszusammenarbeit der EU am Beispiel Ghanas

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Henning Möldner

Das zentrale Anliegen des Cotonou-Abkommens zwischen EU und AKP-Staaten ist, die handelspolitischen Verbindungen WTO-konform auf eine neue Basis zu stellen. Die Economic Partnership Agreements versprechen in der Theorie große Entwicklungspotentiale. Das Problem am Freihandel ist jedoch seine Nichtexistenz. Marktunvollkommenheiten, wie die europäische Subventionspolitik, aber auch einheimische Abnahmemonopole verhindern das Realisieren von komparativen Kostenvorteilen. Anhand des Fallbeispiels Ghana zeigt die Analyse, dass dem handelspolitischen Paradigmenwechsel in der europäischen Entwicklungszusammenarbeit ein schwieriger Anpassungsprozess folgt, an dessen Ende nicht automatisch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Entwicklungsländer zu erwarten ist.

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3 Europäische Entwicklungszusammenarbeit

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Die Europäische Entwicklungszusammenarbeit ist aus einer historischen Verant- wortung den ehemaligen Kolonialgebieten gegenüber gewachsen, welche mittler- weile eigener Interessenpolitik gewichen ist. Um den Wandel der europäischen Entwicklungspolitik nachvollziehbar darzu- stellen, wird dieser Prozess in zwei Teilen vorgestellt. Im ersten Teil soll ein Blick auf die ökonomischen und politischen Entwicklungen vor dem Cotonou- Abkommen, im zweiten Teil auf die Zeit nach Abschluss des neuen Partnerschafts- abkommen geworfen werden. Während zunächst also eine Erklärung für den schon erwähnten Paradigmenwechsel gesucht wird (also der Frage nach dem Warum nachgegangen wird), soll im zweiten Abschnitt die inhaltliche Ebene des Cotonou- Abkommens erörtert werden (also die Frage nach dem Was). Beide Teile zusammen bilden eine Basis für die Untersuchung der Auswirkungen dieses Paradigmenwech- sels in Kapitel 4, 5 und 6. 3.1 Was bedeutet Entwicklung? Wenn darüber diskutiert werden soll, ob und inwiefern Handelspolitik ein funkti- onierendes Mittel in der Entwicklungszusammenarbeit sein kann, stellt sich zu- nächst die Frage, von welchem Entwicklungsverständnis man eigentlich ausgeht. Welches Entwicklungsverständnis hat die EU? Was sind die Ziele und Wege, die zu dieser Entwicklung führen sollen? Bevor konkret die Europäische Entwicklungszu- sammenarbeit mit den AKP-Staaten und im speziellen mit Ghana vorgestellt wird, ist an dieser Stelle eine definitorische Abgrenzung notwendig. Nach Dieter Nohlen (2005a) ist „Entwicklung“ ein normativer Begriff, der in seiner Bedeutung von räumlichen und zeitlichen Wertvorstellungen abhängig ist. Über die Ursachen von Entwicklung beziehungsweise Nichtentwicklung gibt es verschiedene Theorien, die...

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