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Entwicklung durch Handel?

Auswirkungen eines Paradigmenwechsels in der handelspolitischen Entwicklungszusammenarbeit der EU am Beispiel Ghanas

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Henning Möldner

Das zentrale Anliegen des Cotonou-Abkommens zwischen EU und AKP-Staaten ist, die handelspolitischen Verbindungen WTO-konform auf eine neue Basis zu stellen. Die Economic Partnership Agreements versprechen in der Theorie große Entwicklungspotentiale. Das Problem am Freihandel ist jedoch seine Nichtexistenz. Marktunvollkommenheiten, wie die europäische Subventionspolitik, aber auch einheimische Abnahmemonopole verhindern das Realisieren von komparativen Kostenvorteilen. Anhand des Fallbeispiels Ghana zeigt die Analyse, dass dem handelspolitischen Paradigmenwechsel in der europäischen Entwicklungszusammenarbeit ein schwieriger Anpassungsprozess folgt, an dessen Ende nicht automatisch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Entwicklungsländer zu erwarten ist.

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5 Ghana: Status Quo des Außenhandels

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Werden die von Theorie und (vergleichenden) empirischen Studien nahegelegten Wohlstandseffekte durch das Cotonou-Abkommen in Ghana eintreten? Diese Fra- ge soll vor dem Hintergrund von Ghanas gegenwärtigen Handelsstrukturen erörtert werden. Wie sieht Ghanas Handel gegenwärtig aus? Wie wird Cotonou den Han- del unter diesen Voraussetzungen verändern? 5.1 Bedeutung von Handel für afrikanische Entwicklungsländer Die afrikanischen Staaten sind im Welthandel sowohl in Bezug auf Handelsvolu- mina als auch Produktstrukturen marginalisiert. „In 21 of 51 ACP states, the four largest export products amount to more than 90% of total agricultural exports to the EU“ (Bertow/Schultheis 2007: 26). Der Handel zwischen der EU und den Staaten Afrikas, im Besonderen Subsahara- Afrikas, ist asymmetrisch. Während der Export in die EU für viele Länder Afrikas einen Großteil ihres Außenhandels ausmacht (zwischen 35 und 50 Prozent), spielt der afrikanische Markt für den EU-Außenhandel eine untergeordnete Rolle (vgl. CEPII 2008: 5) „Der Anteil an den Importen Europas stagniert je nach afrikani- scher Region bei rund 0,5 Prozent“ (Kappel 2008: 4). Zu einem ähnlichen Ergeb- nis kommt auch die Studie des „Hamburg Institute of International Economics“38, das im Auftrag der Friedrich Ebert Stiftung eine Untersuchung der Auswirkungen von EPAs durchgeführt hat (HWWA 2004: 17). Im AKP-EU-Handel nimmt der Außenhandel afrikanischer Staaten mit der EU eine besondere Stellung ein. Der Handel der afrikanischen AKP-Staaten machte 2002 mit einem Anteil von 86% das Gros der Wirtschaftsbeziehungen zwischen EU und AKP-Staaten aus, während auf...

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