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Entwicklung durch Handel?

Auswirkungen eines Paradigmenwechsels in der handelspolitischen Entwicklungszusammenarbeit der EU am Beispiel Ghanas

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Henning Möldner

Das zentrale Anliegen des Cotonou-Abkommens zwischen EU und AKP-Staaten ist, die handelspolitischen Verbindungen WTO-konform auf eine neue Basis zu stellen. Die Economic Partnership Agreements versprechen in der Theorie große Entwicklungspotentiale. Das Problem am Freihandel ist jedoch seine Nichtexistenz. Marktunvollkommenheiten, wie die europäische Subventionspolitik, aber auch einheimische Abnahmemonopole verhindern das Realisieren von komparativen Kostenvorteilen. Anhand des Fallbeispiels Ghana zeigt die Analyse, dass dem handelspolitischen Paradigmenwechsel in der europäischen Entwicklungszusammenarbeit ein schwieriger Anpassungsprozess folgt, an dessen Ende nicht automatisch eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Entwicklungsländer zu erwarten ist.

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6 Ghana: Auswirkungen der Handelsliberalisierung

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Das Hauptergebnis der folgenden Ausführungen ist, dass die angestrebte Han- delsliberalisierung zwar enorme Potentiale birgt (insbesondere in einem Szenario der vollkommenen Handelsliberalisierung auch seitens der EU), die Anpassungs- kosten in einem realistischen Szenario jedoch sehr hoch sein werden. […] we can say that, overall, the literature based on partial equilibrium models, tends to show that European exporters are the main beneficiaries of the EPAs, as their sales to the ACP markets increase substantially after the implementation of these agreements (CEPII 2008: 17). Mithilfe der nun folgenden prognostizierten Auswirkungen sollen die Herausforde- rungen identifiziert werden, mit denen das Land bei einer Umsetzung des EPA konfrontiert sein wird und mit welche Maßnahmen vor der Umsetzung die Neben- effekte abgemildert werden könnten. Die prognostizierten Auswirkungen des Cotonou-Abkommens auf Ghana werden im Folgenden anhand von (a) Erfahrun- gen aus vergangenen Liberalisierungsmaßnahmen und (b) Gleichgewichtsmodellen diskutiert. Methodisch soll keine eigene ökonometrische Untersuchung zu den Auswirkungen des EU-Ghana-EPA vorgenommen, sondern auf bereits bestehende Untersuchungen zurückgegriffen werden. Studien des Centre D’Études Pros- pectives et D’Informations Internationales (CEPII), des Hamburg Institute of In- ternational Economics (HWWA), der United Nations Economic Commission for Africa (UNECA), der United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD) und diverser Nichtregierungsorganisationen ermöglichen es, auf eine eigene Datenerhebung zu verzichten. 6.1 Historische Betrachtung von Liberalisierungsmaßnahmen Die Handelsvolumina und Handelsstrukturen Afrikas veränderten sich nach den Liberalisierungsmaßnahmen der 1980er und 1990er Jahren kaum (vgl. UNCTAD 2008: 19). Ein Blick auf die Handelsliberalisierungsmaßnahmen nach der Imple- mentierung...

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