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Die Balanced Scorecard als Instrument der strategischen Steuerung und Qualitätsentwicklung von Museen

Ein Methodentest, unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen an zeitgemäße Freizeit- und Tourismuseinrichtungen

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Anja Wollesen

Als Kernangebote des Bildungsmarktes, der Freizeitwirtschaft und des Kulturtourismus sind Museen in ein komplexes Umfeld eingebettet, welches ihre Handlungsoptionen beeinflusst und bestimmt. Die dynamischen Veränderungen des Wettbewerbes sowie die zunehmend schwierigen Bedingungen öffentlicher Finanzierungsmodelle für Kultureinrichtungen machen eine grundsätzliche Neuorientierung im Sinne der Professionalisierung und Qualitätsorientierung von Museen erforderlich. Diese Arbeit geht der Frage nach, ob die Balanced Scorecard (BSC) ein geeignetes Instrument für die strategische Steuerung und umfassende Qualitätsentwicklung von Museen und Kultureinrichtungen sein kann. In einem Methodentest mit sechs Museen und Kultureinrichtungen wird die Anwendbarkeit der BSC erprobt, die Eignung bewertet und der tatsächliche Nutzen für die Kulturbetriebe evaluiert.

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1. Einleitung

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1.1 Problemstellung Veränderte Rahmenbedingungen zwingen zur Neuorientierung im Kulturbereich. Besonders deutlich wird dies an den gegenwärtigen Entwicklungen in der deut- schen Museumslandschaft. Mit 6.256 Einrichtungen stellen die Museen den größ- ten Anteil am Kulturangebot.1 Die vergangenen Jahrzehnte der Museumsentwick- lung waren durch Wachstum und Neuinvestitionen geprägt. Insbesondere in ländlich strukturierten Regionen kam es zu einem Gründungsboom vieler kleiner und meist von Vereinen getragener Museen.2 Von der Enquête-Kommission „Kultur in Deutschland“ (2007) wird die Rolle kleiner und mittelgroßer Museen in ihrer Funktion für ländlich strukturierte Räume hervorgehoben: „Gerade die mittleren und kleineren, die Regional-, Stadt- und Heimatgeschichtlichen Mu- seen bieten den Menschen mit ihrer speziellen Überlieferung Angebote zur kultu- rellen Identifikation, indem sie Kultur- und gesellschaftliches Leben des Ein- zugsbereichs präsentieren. Sie machen im gelungenen Fall die Wechselbezie- hungen zwischen globaler Dynamik und lokaler Existenz konkret und erfahr- bar.“3 Garlandini4 betont in seinen Ausführungen zudem die regionalwirtschaft- lichen Aspekte von Museen. Museen seien zwar auch „Ressource für lokale Gemeinschaften“, hätten jedoch nicht allein Bestand als Orte zur Entwicklung und Förderung von Wissen, Bildung, Kreativität und sozialer Integration, sondern würden auch einen ökonomischen Faktor darstellen, da sie Einkommen und Ar- beit für die Regionen generieren: „Einerseits können Museen als Brücke zwi- schen lokalem und universalem Kulturerbe gesehen werden, als Verbindung zwischen lokalen und globalen Kulturen. Andererseits können Museen die regio- nalen Werte in der globalen Konkurrenz stärken” (Garlandini...

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