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Die Balanced Scorecard als Instrument der strategischen Steuerung und Qualitätsentwicklung von Museen

Ein Methodentest, unter besonderer Berücksichtigung der Anforderungen an zeitgemäße Freizeit- und Tourismuseinrichtungen

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Anja Wollesen

Als Kernangebote des Bildungsmarktes, der Freizeitwirtschaft und des Kulturtourismus sind Museen in ein komplexes Umfeld eingebettet, welches ihre Handlungsoptionen beeinflusst und bestimmt. Die dynamischen Veränderungen des Wettbewerbes sowie die zunehmend schwierigen Bedingungen öffentlicher Finanzierungsmodelle für Kultureinrichtungen machen eine grundsätzliche Neuorientierung im Sinne der Professionalisierung und Qualitätsorientierung von Museen erforderlich. Diese Arbeit geht der Frage nach, ob die Balanced Scorecard (BSC) ein geeignetes Instrument für die strategische Steuerung und umfassende Qualitätsentwicklung von Museen und Kultureinrichtungen sein kann. In einem Methodentest mit sechs Museen und Kultureinrichtungen wird die Anwendbarkeit der BSC erprobt, die Eignung bewertet und der tatsächliche Nutzen für die Kulturbetriebe evaluiert.

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3. Qualitätsentwicklung in Museen

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Umfassende Qualitätsentwicklung dient der systematischen Professionalisierung des gesamten Unternehmens zur Generierung von Wettbewerbsvorteilen inner- halb konkurrierender Märkte. Vor dem Hintergrund der beschriebenen Rahmen- bedingungen von Museen und der identifizierten Handlungserfordernisse stellt sich die Frage, welche Qualitätsinstrumente die Museen gegenwärtig zur Bewäl- tigung dieser Aufgaben zur Verfügung haben und ob diese Instrumente geeignet sind, auf die dynamischen Veränderungen des Wettbewerbsumfeldes der Museen und der damit einhergehenden zunehmenden Aufgabenkomplexität und Diffe- renzierung des musealen Angebotes zu reagieren. Auf der Basis der Grundsätze umfassender Qualitätsentwicklung werden im Folgenden zunächst die Merkmale umfassenden Qualitätsmanagements herausgearbeitet. Diese dienen als Grundlage für die Bewertung der musealen Qualitätsansätze. Anschließend wird die Anwen- dungserfahrung von Museen mit den beiden etablierten Qualitätssystemen, der DIN EN ISO Zertifizierung und des EFQM-Modells, überprüft. Abschließend werden die verschiedenen Instrumente hinsichtlich ihrer Eignung für die zu- kunftsfähige Entwicklung regionaler Museen und Kultureinrichtungen bewertet. 3.1 Grundlagen zum Qualitätsverständnis Seit Beginn der 1990er-Jahre wird in der BRD unter dem Stichwort „Qualitäts- management“ in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Sektor eine ausgedehnte Debatte über die Verbesserung der Qualität von Produkten und Dienstleistungen geführt.247 Nach der DIN EN ISO 8402 sind unter Qualitätsmanagement „… alle Tätigkeiten der Gesamtführungsaufgabe zu verstehen, welche die Qualitätspolitik, -ziele und -verantwortungen festlegen sowie diese durch Mittel wie Qualitätspla- nung, -lenkung, -darlegung und -verbesserung im Rahmen des Qualitätsmanage- ments verwirklichen“248. Qualit...

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