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Jüdisch-hellenistische Literatur in ihrem interkulturellen Kontext

Edited By Martina Hirschberger

Unter jüdisch-hellenistischer Literatur versteht man im Allgemeinen die von Juden im Zeitalter des Hellenismus und der Kaiserzeit in griechischer Sprache abgefasste Literatur. Wie das Bindestrichwort bereits andeutet, ist jüdisch-hellenistische Literatur eine Literatur zwischen Sprachen und Kulturen. Die Beiträge dieses Bandes beleuchten jüdisch-hellenistische Literatur in ihrem historischen und kulturellen Kontext und berücksichtigen auch ihre Rezeptionsgeschichte. Der Band enthält Aufsätze zu Aristobulos von Paneas, Philon von Alexandria, Flavius Josephus, dem Aristeasbrief, den Makkabäerbüchern, 3 Esra und dem wenig bekannten apokryphen Werk Buch der Worte von Jannes und Jambres.

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Vorwort

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Dem vorliegenden Band liegen Vorträge zugrunde, die während der Tagung “Jüdisch-hellenistische Literatur in ihrem interkulturellen Kontext” (10.–11. Fe- bruar 2011) am Institut für Klassische Philologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gehalten wurden.1 Die Beiträge beleuchten jüdisch-hellenistische Li- teratur in ihren verschiedenen Facetten: Wendet man den Blick nach Alexandria, so fällt zunächst die enge Verflech- tung der jüdischen Literatur mit dem dortigen kulturellen Leben ins Auge: Der jüdisch-hellenistische Religionsphilosoph Aristobulos ist der früheste uns noch greifbare jüdische Denker, der eine Anbindung des Judentums an die philoso- phische und literarische Tradition der Griechen versucht hat, indem er – freilich fiktive – Abhängigkeitsbeziehungen zwischen dem Wissen der Griechen und dem Wissen der Juden postuliert (Ranja Knöbl). Der Autor des Aristeasbriefes hat sich mit dem Phänomen der hellenistischen Hofdichtung und ihren Themen auseinandergesetzt (Luke Neubert). Der Aristeasbrief enthält Elemente einer Herrschaftstheorie und kann in dieser Hinsicht mit Philon von Alexandrias Le- gatio ad Gaium verglichen werden. In beiden Werken steht bezeichnenderweise die Haltung des Herrschers gegenüber der jüdischen Bevölkerung im Zentrum des Interesses (Diego De Brasi). In seiner Allegorese der drei biblischen Patriarchen Abraham, Isaak und Ja- kob partizipiert Philon an der zeitgenössischen philosophischen Diskussion um den Tugenderwerb, die ihre Wurzeln in Aristoteles’ Nikomachischer Ethik hat (Ursula Bittrich). Die Figur des Sophisten dient ihm dazu, innerhalb seiner alle- gorischen Pentateuch-Exegese das Verhältnis zwischen weltlicher Bildung und religiöser Weisheit und Erkenntnis zu thematisieren. Die...

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