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Jüdisch-hellenistische Literatur in ihrem interkulturellen Kontext

Edited By Martina Hirschberger

Unter jüdisch-hellenistischer Literatur versteht man im Allgemeinen die von Juden im Zeitalter des Hellenismus und der Kaiserzeit in griechischer Sprache abgefasste Literatur. Wie das Bindestrichwort bereits andeutet, ist jüdisch-hellenistische Literatur eine Literatur zwischen Sprachen und Kulturen. Die Beiträge dieses Bandes beleuchten jüdisch-hellenistische Literatur in ihrem historischen und kulturellen Kontext und berücksichtigen auch ihre Rezeptionsgeschichte. Der Band enthält Aufsätze zu Aristobulos von Paneas, Philon von Alexandria, Flavius Josephus, dem Aristeasbrief, den Makkabäerbüchern, 3 Esra und dem wenig bekannten apokryphen Werk Buch der Worte von Jannes und Jambres.

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Der Aristeasbrief und alexandrinische Hofdichtung. Luke Neubert

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Der Aristeasbrief und alexandrinische Hofdichtung Luke Neubert Die jüdische Literatur aus dem ptolemäischen Alexandria war mannigfaltig und verschiedenartig, aber leider sind uns nur wenige komplette Stücke erhalten ge- blieben. Wegen der Beliebtheit der Septuaginta bei den Christen besitzen wir deren Entstehungslegende, welche uns durch einen unbekannten jüdischen Schriftsteller im Aristeasbrief1 übermittelt wurde. Der fiktive Autor ‘Aristeas’ verfasste im 2. Jh. v. Chr. in Alexandria eine Diegese in Briefform. Als Adressa- ten nannte er einen gewissen, ebenfalls als literarische Figur zu deutenden Phi- lokrates. Im Meer der Sekundärliteratur über den Aristeasbrief hebt sich die Arbeit von Sylvie Honigman heraus, die den hellenistischen Hintergrund des Aristeas- briefes untersucht und dabei interessante Beobachtungen im Hinblick auf seine Gattungsmerkmale herausgearbeitet hat. Ihrer These zufolge knüpft der Verfas- ser den Aristeasbrief einem Flickenteppich gleich als eine ‘buntscheckige’ Ge- samtkomposition, wie sie als Gattung in Alexandria geläufig und beliebt war.2 Ferner wendet sie das von ihr so genannte “Alexandria paradigm” auf den Ari- steasbrief an. Das Paradigma ist gekennzeichnet durch die Darstellung der er- sten drei Ptolemäerherrscher als Kulturstifter und, indem sie Bücher und Kunst- objekte sammeln, als Kulturbewahrer.3 Dem fügt Tessa Rajak auch die Berufung von Wissenschaftlern an den alexandrinischen Hof hinzu.4 Wie der Ansatz von S. Honigman zeigt, hat es sich als äußerst fruchtbar erwiesen, den Aristeasbrief in seinem alexandrinischen Kontext zu betrachten. Doch hat sich die bisherige Forschung vorwiegend mit dem Einfluss Homers und den an seinem Werk ent- wickelten textkritischen Methoden...

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