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Jüdisch-hellenistische Literatur in ihrem interkulturellen Kontext

Martina Hirschberger

Unter jüdisch-hellenistischer Literatur versteht man im Allgemeinen die von Juden im Zeitalter des Hellenismus und der Kaiserzeit in griechischer Sprache abgefasste Literatur. Wie das Bindestrichwort bereits andeutet, ist jüdisch-hellenistische Literatur eine Literatur zwischen Sprachen und Kulturen. Die Beiträge dieses Bandes beleuchten jüdisch-hellenistische Literatur in ihrem historischen und kulturellen Kontext und berücksichtigen auch ihre Rezeptionsgeschichte. Der Band enthält Aufsätze zu Aristobulos von Paneas, Philon von Alexandria, Flavius Josephus, dem Aristeasbrief, den Makkabäerbüchern, 3 Esra und dem wenig bekannten apokryphen Werk Buch der Worte von Jannes und Jambres.

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Τῇ πατρίῳ φωνῇ Linguistische und kulturelle Alterität im 2. Makkabäerbuch. José B. Torres

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Τῇ πατρίῳ φωνῇ Linguistische und kulturelle Alterität im 2. Makkabäer- buch1 José B. Torres 1. Linguistische Alterität in den Makkabäerbüchern Suchen wir nach dem ersten Beispiel eines Bewusstseins von linguistischer Al- terität und Zweisprachigkeit in der griechischen Literatur, so ist es in dem gro- ßen Homerischen Hymnos an Aphrodite (113–115) zu finden, in dem eine junge Frau (eigentlich die Göttin) behauptet, sie sei Phrygerin, ihre Muttersprache sei Phrygisch, doch könne sie Griechisch verstehen, weil ihre Amme ihr diese Spra- che beigebracht habe2. Natürlich gibt es zahlreiche analoge Stellen in der griechischen Literatur. Ziel dieses Aufsatzes ist es jedoch nicht, eine “Geschichte der griechischen lin- guistischen Alterität” zu entwerfen. Meine Absicht ist lediglich, ein Beispiel lin- guistischer Alterität zu analysieren. Dieses Beispiel ist in der jüdisch- hellenistischen Literatur zu finden, und zwar im Zweiten Makkabäerbuch. Der Widerstand, den hervorragende jüdische Familien wie die Makkabäer dem Seleukidenreich im 2. Jh. v. Chr. entgegen setzten3, war nicht nur ein politi- sches und militärisches Phänomen, da die Macht der Seleukiden versuchte, be- deutende Merkmale der jüdischen Kultur wie ihre Religion auszumerzen. Wie die Makkabäerbücher selbst (vgl. z. B. 1 Macc 1) erzählen, wurde der Tempel von Jerusalem profaniert. Darüber hinaus sollten die Juden gezwungen werden, ihre Gewohnheiten und religiösen Sitten aufzugeben4. 1 Dieser Text wurde im Rahmen des Forschungsprojekts “Alteridad lingüística y alteridad cultural en el imperio romano (SS. III-V): historiografía...

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