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China in der deutschen Literatur 1827-1988

Edited By Uwe Japp and Aihong Jiang

Dieser Band dokumentiert die Resultate einer 2011 in Peking durchgeführten Tagung, an der chinesische und deutsche GermanistInnen beteiligt waren. Der Gegenstand der Aufsätze ist die Imagination Chinas in der deutschsprachigen Literatur von 1827 bis 1988. Behandelt werden Werke von Goethe, Schiller, Fontane, Karl Kraus, Brecht, Kafka, Döblin, Vicki Baum, Hermann Kinder und Michael Krüger. In der Regel kommt es dabei zu perspektivischen Doppelinterpretationen – aus chinesischer und deutscher Sicht. Zugleich kann die Übereinstimmung und die Differenz unterschiedlicher Wissenschaftsstile am Beispiel studiert werden. Eine Auswahlbibliographie zum Thema schließt den Band ab.

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Humoristische China-Bilder in Erzählungen der 1980er Jahre. Zu Hermann Kinders Kina Kina (1988) und Michael Krügers Warum Peking? Eine chinesische Geschichte (1984): Andreas Hirsch-Weber

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Humoristische China-Bilder in Erzählungen der 1980er Jahre. Zu Hermann Kinders Kina Kina (1988) und Michael Krügers Warum Peking? Eine chinesische Geschichte (1984) Andreas Hirsch-Weber 1. Deutsche Akademiker in China Von der Anlage scheinen Kinders und Krügers Erzählungen sich zu überschnei- den und zu ähneln: Deutsche Akademiker verschlägt es Mitte der 1980er Jahre nach China – den einen zu einer Gastdozentur nach Shanghai (bei Kinder), den anderen zu einem Konfuzius-Kongress nach Peking (bei Krüger). Doch zeigt sich bereits hier der entscheidende Unterschied: Andermatt, die Hauptfigur in Kinders Erzählung, muss mehrere Monate in China aushalten, während Krügers Ich-Erzähler bereits nach einigen Tagen abreisen darf. Andermatt kommt also nicht umhin, sich der Fremde ausliefern zu müssen, während Krügers Held sein Hotel nur einmal zu einem Empfang der deutschen Botschaft verlässt: allerdings nicht ganz freiwillig, da ihm bei Ankunft Vortragsmanuskript und Reisepass abgenommen werden und sich eine Liaison mit einer Amerikanerin, die er während des Hinflugs kennenlernt, kaum vermeiden lässt. Kinders Figur Andermatt dagegen bekommt eine chinesische Realität zu spüren, auf die der Deutsche als Fremder reagieren und sich einlassen muss. Er ist ihr ausgeliefert und dabei zunächst hilflos, um sich ihr dann doch behutsam anzunähern. Doch verbindet die beiden Erzählungen nicht nur, dass die jeweiligen Figuren am Ende unter dunkel-mysteriösen Umständen das Land verlassen müssen. Vielmehr zeigen sich ähnlich klischeebehaftete China-Bilder wie bei Kinder; wenn der Ich Erzähler bei...

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