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Die spanischen «Spectators» im Überblick

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Klaus-Dieter Ertler, Elisabeth Hobisch and Andrea Maria Humpl

Die Spectators stellen sowohl auf spanischer wie auch auf internationaler Ebene ein reiches erzählerisches Potential dar, dessen Verflechtungen noch zu untersuchen sind. Dazu bedarf es einer kompakten Übersicht über die Erzählungen und Geschichten, welche in diesem Buch geboten wird. Die systematische Darstellung ist als Basis zur Erforschung der Verbindungen zwischen den Mikrostrukturen zu verstehen. Damit können migratorische Phänomene im narrativen Prozess des 18. Jahrhunderts aufgezeigt und in ihren Verzweigungen nachvollzogen werden.

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Vorwort

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Die Literatur des 18. Jahrhunderts hat in Spanien eine späte Rezeption und Anerkennung erfahren. Die Gründe dafür sind vielfältig, wobei die markante ideologische Gemengelage des Landes sicherlich eine zentrale Rolle gespielt haben dürfte. Das kulturelle und politische Phänomen der „Dos Españas“ mit seiner konservativen bzw. liberalen Ausrichtung prägte die soziale Diskursivik während der letzten Jahrhunderte und ließ die Fronten zwischen einer genuin spanischen katholischen und einer importierten protestantischen Ethik immer wieder zum Vorschein kom- men. Wenngleich eine solche idealtypische Kategorisierung aus heutiger Perspektive allzu verkürzt erscheinen mag, da Mischformen und Para- doxien auf diskursiver Ebene dominieren1, so kann sie zumindest einen Anhaltspunkt für eine grundlegende Orientierung der ideologischen Muster des 18. Jahrhunderts wie auch für die daran anschließende Aus- grenzung von literarischen Texten liefern. Am Beispiel der journalistischen Gattung der „Philosophical Essays“, die im deutschen Sprachraum – zum Teil irreführend – „Moralische Wochenschriften“ genannt wird und die wir in Folge der terminologi- schen Aporie nach ihrem englischen Modell „Spectators“ nennen wol- len, lässt sich eine solche ideologische Bipolarisierung klar nachvoll- ziehen.2 Eine Rückübersetzung des deutschen Begriffs in „Moral Week- lies“ erweist sich vor dem Hintergrund der neueren Forschung als un- günstig. Festzuhalten ist, dass das in England von Richard Steele und Joseph Ad- dison entwickelte Modell der philosophischen Essayistik in einem ideo- logisch aufgeladenen Kontext entstand und als Sprachrohr der Whigs (li- beral) gegen die Tory-Partei (konservativ) erfolgreich operierte. Schrift- steller wie Daniel Defoe,...

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