Show Less

Internationales Privatrecht und Geschäftsführerhaftung bei Insolvenzen von Auslandsgesellschaften

Gläubigerschutz im englischen und deutschen Recht

Series:

Christian Grochowski

Die Arbeit untersucht, wie sich die aus der Rechtsprechung des EuGH zum internationalen Gesellschaftsrecht sowie aus der EuInsVO und ROM II-Verordnung ergebende kollisionsrechtliche Gemengelage auf den Gläubigerschutz bei Insolvenzen von Auslandsgesellschaften in England und Deutschland auswirkt. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage der Geschäftsführerhaftung als ein zentrales Mittel zum Schutz ungesicherter Gläubiger. In rechtsvergleichender Weise werden zunächst die in England und Deutschland bei Insolvenzen inländischer Gesellschaften existierenden Haftungssysteme dargestellt. Sodann werden mit dem Blick auf ausländische Gesellschaften die Auswirkungen des Kollisionsrechts auf die Systeme erläutert, bevor eine abschließende Bewertung der Effektivität und Effizienz der auf diesem Wege entstandenen Haftungssysteme bei Insolvenzen von Auslandsgesellschaften erfolgt.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

1. Teil: Grundlagen der Geschäftsführerhaftung bei Insolvenzen in England und Deutschland

Extract

Die Rechtsordnungen in England und Deutschland haben, obwohl beide die Zahlungsunfähigkeit und die Überschuldung als Gründe für die Insolvenz der Gesellschaft anerkennen,51 kein einheitliches Verständnis bezüglich des in dieser Situation einzuhaltenden Verfahrens. Im englischen Recht existieren bei dem Vorliegen eines Insolvenzgrundes grundsätzlich vier Verfahren, die der Gesellschaft und ihren Gläubigern (im Fall des Receiverships ausschließlich den Gläubigern) offen stehen.52 Zunächst gibt es drei Verfahren, bei denen es sich um Non-terminal Insolvency Procedures handelt, da die Gesellschaft nach der Verfahrensbeendigung (vorerst) weiter existiert.53 Die Gesellschaft kann einen Rettungsversuch unternehmen, indem sie versucht, Vereinbarungen zur Entschuldung mit ihren Gläubigern im Zuge eines Company Voluntary Arrangement oder eines Scheme of Arrangement under Part 26 of the Companies Act 2006 einzugehen. Die Gesellschaft oder ihre Gläubiger können sich ferner für die Administration entscheiden. Hierbei kommt es zur Einsetzung eines externen Vermögensverwalters, der versucht, die Ge- sellschaft ganz oder in Teilen zu retten. Weiterhin können die Gesellschafts- gläubiger ein Receivership in Betracht ziehen. Bei dem Receivership kommt es zu der Befriedigung bestimmter Gläubiger durch die Verwertung der besicherten Vermögenswerte der Gesellschaft, wonach die Gesellschaft im besten Fall wie- der profitabel am Handelsverkehr teilnehmen kann. Schließlich kann als viertes Verfahren die Liquidation der Gesellschaft er- forderlich sein. Bei der Liquidation – alternativ wird häufig der Begriff des Winding Up verwendet – kommt es zur Abwicklung der insolventen Gesell- schaft. Hierzu wird, regelmäßig von den Gl...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.