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Von Katz und Maus und mea culpa

Religiöse Motive im Werk von Günter Grass

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Edited By Anselm Weyer and Volker Neuhaus

Im direkten kenntnisreichen Rückgriff auf biblische Kernaussagen vom Paradies und vom Sündenfall über den Noahbund bis zur Kreuzigung Jesu gestaltet Günter Grass in seinem Gesamtwerk das Bild vom gefallenen und dennoch für sein Tun verantwortlichen Menschen. So wird Günter Grass zum wichtigen Bußprediger, der einer säkularen Welt eine jüdisch-christliche Kernbotschaft verkündet, die die zeitgenössische christliche Predigt oft beim Anbiedern an scheinbar aktuellere und gefälligere Menschenbilder unterschlägt.

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Ein Blick in die Werkstatt oder „Sagt nicht: Oh Gott – das gilt hier nicht“ - Dieter Stolz (Berlin)

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Ein Blick in die Werkstatt oder „Sagt nicht: Oh Gott – das gilt hier nicht“ Dieter Stolz (Berlin) MEINE ALTE OLIVETTI ist Zeuge, wie fleißig ich lüge und von Fassung zu Fassung der Wahrheit um einen Tippfehler näher bin. (Günter Grass: Fundsachen für Nichtleser) Als jemand, der sich nun schon seit gut 25 Jahren in wechselnden Rollen als be- scheidener Arbeiter im Weinberg des Herrn Grass herumtreibt, und zwar mit Lust und Gewinn, habe ich sehr lange darüber nachgedacht, wessen Blick in welche Werkstatt ich im Kontext unseres Themas „Von Katz und Maus und mea culpa“ riskieren könnte – zumal es mir en passant darum geht, das facettenreiche Lebenswerk eines Dichters zu würdigen, in dem jedes Buch für sich steht und doch alles mit allem zusammenhängt – und das gilt selbst dann, wenn man sich auf nur einen Aspekt (wie den der „religiösen Motive“) konzentriert. Das Ziel meines Vortrags wäre vor diesem Hintergrund schon dann erreicht, wenn es gelingen könnte, den Funken meiner Begeisterung überspringen zu las- sen, d. h. den einen Leser oder die andere Leserin erstmals oder erneut neugierig zu machen und zwar auf das Primäre. Denn meine Erfahrung ist: Es lohnt sich tatsächlich, immer wieder, sich intensiv auf die vielschichtigen Werke des an- haltend produktiven Nobelpreisträgers Günter Grass einzulassen – und da ist glücklicherweise kein Ende in Sicht. Erster Anlauf: Um dieser Überzeugung Ausdruck zu verleihen, stand am Anfang meiner Überlegungen ein Blick...

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