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Ausspracheabweichungen bei koreanischen Deutschlernenden und Empfehlungen für Ausspracheübungen

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Sejin Park

Ausspracheabweichungen bei koreanischen Deutschlernenden und Empfehlungen für Ausspracheübungen befasst sich zunächst mit der kontrastiven Phonologie bzw. Phonetik, Phonotaktik des Koreanischen und des Deutschen. Aufgrund der strukturellen Ungleichheit beider Sprachen lassen sich typische Aussprachefehler und -schwierigkeiten koreanischer Deutschlernender prognostizieren. Darüber hinaus werden Ausspracheabweichungen der koreanischen Deutschlernenden auf auditiver (rezeptiver) und produktiver Ebene untersucht. Zum Schluss formuliert die Autorin – basierend auf den Untersuchungsergebnissen – Empfehlungen für eine didaktisch-methodisch optimale Übungsweise, die zu einer Erleichterung des Fremdsprachenerwerbs beitragen können.

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1 Einleitung

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1.1 Ausgangssituation 1.1.1 Phonetische Schwierigkeiten beim Erwerb einer Fremdsprache Wenn man beginnt, eine Fremdsprache zu erlernen, ist es wegen der verfestigten phonetischen Gewohnheiten in der Muttersprache sehr schwer, sich deren Aus­ sprache anzueignen. Die Schwierigkeiten treten zunächst beim Erfassen und dann beim Produzieren von Phonemunterschieden auf (vgl. Jakobson 1969, 50). Dies ist darin begründet, dass bestimmte Phoneme in der Muttersprache fehlen. Anders gesagt, Nicht-Muttersprachler haben Schwierigkeiten bei der Realisie­ rung eines Phonems, welches in ihrer Muttersprache nicht existiert, da jede Sprache Eigenschaften hat, die eine Übertragung in eine andere Sprache er­ schweren oder erleichtern. Viele koreanische Deutschlernende haben z. B. Schwierigkeiten bei der Unterscheidung der deutschen Phoneme /ʁ/ und /l/ (vgl. ebd.; Park 2008, 186; Hirschfeld 2006, 7), da im Koreanischen beiden Allopho- ne ein und desselben Phonems und somit nicht bedeutungsunterscheidend sind. Diese Schwierigkeiten treten häufiger auf der produktiven als auf der rezeptiven Seite auf. In zahlreichen Untersuchungen, z. B. von Hirschfeld, Jakobson, Butz­ kamm / Butzkamm, Gopnik u. a. wurde bereits festgestellt, dass Koreaner große Schwierigkeiten beim Erlernen fremder Phoneme, wie z. B. bei /ʁ/ und /l/ haben. Dazu einige Belege aus der Literatur. Nach Jakobson haben Ausländer, die eine neue Fremdsprache erlernen, zunächst Schwierigkeiten damit, Phoneme richtig und deutlich auszusprechen. Zu Beginn liegt die Schwierigkeit beim Erfassen und vor allem bei der Anwendung eines Phonemunterschieds, was daran liegt, dass bestimmte Phoneme in ihrer eigenen Sprache fehlen (vgl. Jakobson 1969, 50). „Typische muttersprachliche Laute verhalten sich wie Magnete, die benachbarte...

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