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Kodifikation in Europa

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Arnd Koch and Matthias Rossi

Kodifikationen erheben den Anspruch, einen Rechtsstoff systematisch, umfassend und abschließend zu normieren. Der Kodifikationsgedanke beherrschte die kontinentaleuropäische Rechtsentwicklung des 18. und 19. Jahrhunderts. Vor dem Hintergrund zunehmender Diversifizierung und Europäisierung des Rechts stellt sich indes die Frage nach seiner Zukunftsfähigkeit. Die hier versammelten Aufsätze, die auf eine Augsburger Ringvorlesung zurückgehen, dokumentieren den Stand der gegenwärtigen rechtswissenschaftlichen Diskussion. Es wird gezeigt, dass die Kodifikationsidee auch im 21. Jahrhundert eine Zukunft hat.

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Vorwort

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Kodifikationen erheben den Anspruch, einen Rechtsstoff systematisch, um- fassend und abschließend zu normieren. Der Kodifikationsgedanke be- herrschte die kontinentaleuropäische Rechtsentwicklung des 18. und 19. Jahrhunderts. Als ebenso erfolgreich wie langlebig erwiesen sich insbeson- dere der französische Code civil (1804) und das deutsche BGB (1900). Vor dem Hintergrund zunehmender Diversifizierung und Europäisierung des Rechts stellt sich indes die Frage nach der Zukunftsfähigkeit der Kodifikati- onsidee. Die hier versammelten Aufsätze, die auf eine Augsburger Ringvorle- sung des Sommersemesters 2009 zurückgehen, dokumentieren den Stand der gegenwärtigen rechtswissenschaftlichen Diskussion. Die Komplexität des Kodifikationsbegriffs spiegelt sich in der thematischen und methodischen Bandbreite der einzelnen Beiträge wider: Ivo Appel geht vor dem Hintergrund des gescheiterten Umweltgesetz- buchs den allgemeinen Vorteilen und Gefahren von Kodifizierungen nach. Christoph Becker beschreibt den Einfluss des römischen Rechts auf die Sys- tematik europäischer Zivilrechtskodifikationen. Aus rechtsvergleichender Perspektive skizziert Peter Kindler die Kodifikation des italienischen Zivil- und Handelsrechts; zugleich exemplifiziert er am Beispiel Italiens das Verhältnis zwischen nationaler Gesetzgebung und Unionsprivatrecht. Arnd Koch erin- nert an den „Kodifikationsstreit“ und die strafrechtliche „Kodifikationswelle“ des 19. Jahrhunderts, die zu einer Renationalisierung des ehedem gesamteu- ropäischen Strafrechtsdiskurses führte. Henning Rosenau schildert die Her- ausbildung eines europäischen- bzw. europäisierten Strafrechts, wobei er in der Schaffung einer gesamteuropäischen Strafrechtskodifikation „keinen ak- tuellen Beruf unserer Zeit“ (v. Savigny) sieht. Matthias Rossi sieht in dem vom Bundesverfassungsgericht jüngst vermehrt bemühten Gebot der Folge- richtigkeit kein Verfassungsprinzip, sondern begreift es...

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