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Medizin und Krieg in historischer Perspektive- Medycyna i wojna w perspektywie historycznej

Beiträge der XII. Tagung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Düsseldorf 18.-20. September 2009- Prace XII. konferencji Polsko-Niemieckiego Towarzystwa Historii Medycyny, Düsseldorf 18 do 20 września 2009 r.

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Edited By Ute Caumanns, Fritz Dross and Anita Magowska

Der Band dokumentiert die XII. Tagung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft für Geschichte der Medizin «Medizin und Krieg in historischer Perspektive» vom 18. bis 20. September 2009 in Düsseldorf. Im Umfeld des 70. Jahrestags des «Auftakts zum Vernichtungskrieg» sollten indes nicht ausschließlich Medizinverbrechen des Zweiten Weltkriegs bearbeitet werden. In 37 Aufsätzen präsentiert der Band daher einen über die nationalen und fachdisziplinären Grenzen ausgreifenden Blick auf die facettenreiche Beziehung zwischen Medizin und Krieg in der Geschichte der Neuzeit.

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1. Zur Einführung/Wprowadzenie

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1. Zur Einführung Wprowadzenie Einführung Ute Caumanns, Fritz Dross, Anita Magowska Nicht erst seit der Menschen verachtenden propagandistischen Ausgestaltung durch Joseph Goebbels im Februar 1943 war (und bleibt) der Krieg ein „Totalereignis“ sämtlicher von kriegerischen Handlungen betroffenen Menschen, ein unmittelbarer Angriff auf deren körperliche Unversehrtheit und physische Existenz selbst dann, wenn die tatsächliche Vernichtung einer Person, einer Personengruppe oder eines ganzen Volkes (noch) nicht leitende Intention der Kriegshandlung war. Kriegs- handlungen hatten Voraussetzungen und Folgen, die keinen Bereich menschlichen Zusammenseins unberührt ließen – insofern ist jede historisch arbeitende Disziplin an der Analyse des Phänomens „Krieg“ beteiligt, das keine chronologische Begren- zung zeigt – sehr wohl allerdings historische Spezifität. Interdisziplinarität ist damit per se geboten. Dies gilt auch für den Spezialaspekt „Medizin und Krieg“. Innerhalb der Medi- zingeschichte haben sich die Fragen weiterentwickelt: Im biographischen Zugriff wird die Tätigkeit einzelner Ärzte (allerdings kaum Ärztinnen) im Krieg inzwi- schen ggf. auch der Täterseite zugeordnet. Eine Funktionalisierung des Krieges für den „medizinischen Fortschritt“ im Sinne des Kriegs als einer „Schule der Chirur- gie“ findet kaum noch Erwähnung. Sehr wohl dagegen wird der Krieg als Rahmen- bedingung für inhumane medizinische Forschungen thematisiert. Eine Organisati- onsgeschichte des Sanitätsdienstes und seiner Behandlungserfolge weicht einer an der Behandeltenperspektive orientierten Untersuchung etwa des Lazaretts als „mo- dernes“ Krankenhaus unter Kriegsbedingungen, die auch die Krankenpflege einbe- zieht. Insgesamt kommt eine zivile Perspektive zur Geltung, die ein gut funktionie- rendes Sanitätswesen zur Bedingung von...

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