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Medizin und Krieg in historischer Perspektive- Medycyna i wojna w perspektywie historycznej

Beiträge der XII. Tagung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft für Geschichte der Medizin, Düsseldorf 18.-20. September 2009- Prace XII. konferencji Polsko-Niemieckiego Towarzystwa Historii Medycyny, Düsseldorf 18 do 20 września 2009 r.

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Edited By Ute Caumanns, Fritz Dross and Anita Magowska

Der Band dokumentiert die XII. Tagung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft für Geschichte der Medizin «Medizin und Krieg in historischer Perspektive» vom 18. bis 20. September 2009 in Düsseldorf. Im Umfeld des 70. Jahrestags des «Auftakts zum Vernichtungskrieg» sollten indes nicht ausschließlich Medizinverbrechen des Zweiten Weltkriegs bearbeitet werden. In 37 Aufsätzen präsentiert der Band daher einen über die nationalen und fachdisziplinären Grenzen ausgreifenden Blick auf die facettenreiche Beziehung zwischen Medizin und Krieg in der Geschichte der Neuzeit.

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3. Besatzung, Flucht und Lager/ Okupacja, ucieczka i obóz

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3. Besatzung, Flucht und Lager Okupacja, ucieczka i obóz Der Konflikt um die Kriegsgefangenenbehandlung im Ersten Weltkrieg. Das Beispiel der Deutschen Gefangenenlager 1914/15 Uta Hinz, Düsseldorf Der Erste Weltkrieg war der erste große Krieg der Propaganda. In dessen Sog ge- rieten auch zuvor wenig beachtete Bereiche der Kriegsrealität. Kriegsgefangen- schaft war ein solcher Bereich. Sie wurde ab 1914 Massenschicksal1 und die Be- handlung kriegsgefangener Soldaten schon in den ersten Kriegsmonaten internatio- nal zum Streitpunkt. Noch vor 1914 war das Thema Gefangenschaft kriegsrechtlich vergleichsweise ausführlich geregelt worden. Schlusspunkt einer Reihe internationaler Kodifika- tionsversuche und 1914 gültiges Recht bildete der als Haager Landkriegsordnung (HLKO) bekannte, 1899 beschlossene und 1907 revidierte Annex zur „Convention concernant les lois et coutumes de la guerre sur terre“. Gleich 17 Artikel formulier- ten darin Grundsätze zur Gefangenenbehandlung: zu Unterbringung und Versor- gung, Möglichkeiten und Grenzen ihrer Verpflichtung zur Arbeit, militärrechtli- chen und disziplinarischen Fragen.2 Eine medizinische Gleichbehandlung kriegsge- fangener Soldaten mit denen des jeweils eigenen Heeres galt durch die Genfer Konvention als bereits gewährleistet.3 Einheitliche Standards, etwa zur Fürsorgepflicht, definierte die HLKO nicht. Sie bestimmte stattdessen eine materielle Gleichstellung der Kriegsgefangenen mit den Heeresangehörigen desjenigen Staates, in dessen Gewahrsam sie sich befan- 1 Die Gesamtzahl der Kriegsgefangenen des Ersten Weltkrieges ist nur grob zu ermitteln. Neuere Studien gehen von 8 bis 9 Millionen aus. Vgl. Overmans, Rüdiger, „In der Hand des Feindes“. Geschichtsschreibung zur Kriegsgefangenschaft von der Antike bis zum Zweiten Weltkrieg, in: Ders....

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